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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
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Nordsüdbahn.

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Die Hahn zweigt von der Südbahn bei Station Seeheim auf dem linken Ufer des Fischflusses auf 700 m Meereshöhe ab, wendet sich südlich und südöstlich auf Holoog, ersteigt von hier mit einer größten Steigung von 1 : 40 die Wasserscheide und erreicht daselbst ihre größte Höhe von 1297,5 m über dem Meere; sie fallt dann stetig bis km ibo zur Station Kanus (+ 906 m) und erreicht Kalkfontein, einen wichtigen Knotenpunkt der Straßen nach Keetmanshoop, Dawignab, l'kamas und Warmbad auf 990 m Seehöhe. Die Hahn wurde ain). Juli 1909 dem Hetriebe übergeben. Seit dem 1. Oktober desselben Jahres führt die Gesellschaft, die den Hau hergestellt hat, den Hetrieb der Bahn zugleich mit dem Landungsbetrieb in Liideritzbucht gegen eine Jahresentschädigung von 30 000 J(, die aus etwaigen Betriebsüberschüssen bestritten wird.

Besondere Sorge verursacht der Betriebsleitung bei dieser Bahn die 7 km lange Dünenstrecke, km 19 bis 26 ab Lüde- ritzbucht, im Gebiet der Wanderdünen, für deren Bekämpfung jährlich erhebliche Aufwendungen erforderlich werden. Man hatte früher sogar daran gedacht, die ganze Strecke unter Aufwendung großer Kosten in einem langen Tunnelbau unterirdisch zu führen. Die Bestrebungen zur l'reihaltung der Dünenstrecke sind bisher erfolgreich gewesen und es ist gelungen, die Aufwendungen hierfür immer mehr einzuschränken. Man hatte versucht, auf mechanischem Wege mittels einer Sandsauge- und I) r u c k e i n r i c h - tung unter Zuhilfenahme einer Lokomotive, die den Dampf liefert, die dem Bahnkörper zutreibenden Dünenmassen in einer Rohrleitung auf die andere Seite des Bahnkörpers hinüberzufördern. Das Verfahren ähnelt dem der heimischen Druckluftreinigung. Leider entsprach die mechanische Einrichtung nicht den Er­wartungen und erwies sich nicht als genügend leistungsfähig. Dagegen scheint das Verfahren, die Dünen mit J u t c in a t t e n zu bedecken und sie dadurch nach Bedarf vor dem Bahnkörper festzuhalten, Erfolg zu haben; jedenfalls gelang es damit bisher, trotz heftiger Stürme Betriebsstörungen auf der Dünenstrecke zu vermeiden (siehe IV, S. 345).

4. D i e X o r d s ü d b a h n W i n d h u k Keetmanshoo p.

Nachdem das nördliche Damaraland durch die Bahn nach Windhuk und durch die nunmehr verstaatlichte Otavibahn bis weit in den Norden hinein erschlossen ist und nachdem das südliche Namaland in der Südbahn eine leistungsfähige Verkehrsstraße nach