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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
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Die deutschen Kolonialbahnen m Afrika.

östlichen Zweig, der als Stammbahn weiterzuführen wäre nach Betare, Kunde, Meiganga, R e i b u b a , Bibene, Mama, um sich weiter nördlich etwa bei Mora zu verzweigen, westlich auf Dikoa, östlich nach K u s s e r i. Von dieser Stammbahn würden Stichbahnen einerseits westlich über I) e n g d e n g nach Tibati, nach Ngaundere und von Bibene nach Garua, andererseits östlich auf Gore (mit etwaiger Weiterführung nach Fort Archambault) zu bauen sein. Die Einzelheiten dieses unter allem Vorbehalt mit­geteilten Programms stehen zurzeit noch nicht fest, ebenso wenig die Reihenfolge, in der sich der Ausbau der einzelnen Strecken voll­ziehen wird. Immerhin dürften 2800 bis 3000 km Bahnen innerhalb der nächsten 10 Jahre in Kamerun herzustellen sein, um in dem Schutzgebiet ein einigermaßen vollständiges und organisches Bahn­netz zu schaffen.

In der Budgetkommission des Reichstags ist die Bemerkung gefallen, daß man, um eine schnelle Herstellung dieses Bahn­netzes zu ermöglichen, in Erwägung ziehen müsse, dem Schutzgebiet die erforderlichen Mittel gegebenenfalls nicht als Anleihe, sondern als Darlehen des Reichs bereitzustellen und ihm dadurch den Zinsendienst für eine Reihe von Jahren zu erleichtern oder ganz zu erlassen. Eine derartige hochherzige Zuwendung würde das aus­sichtsvolle Schutzgebiet dem Mutterlande durch eine um so raschere wirtschaftliche Entwicklung danken und ihm die gebrachten finan­ziellen Opfer in kurzer Zeit wieder einbringen.

4. Deutsch-Südwest-Afrika.

Deutsch-Südwestafrika, das 1V 2 fache der Fläche des Deut­schen Reiches (s. S. 32) ist zu seiner wirtschaftlichen Er­schließung und Entwicklung ganz besonders auf Eisenbahnen angewiesen, wenn auch der Personenverkehr wegen der überaus schwachen Bevölkerung des Landes etwa 120 000 Seelen auf lange Zeit hinaus dabei nur eine unbedeutende Rolle wird spielen können.

1. Die Staatsbahn Swakopmund Windhuk.

Die Staatsbahn Swakopmund Windhuk war die erste Eisenbahn in Südwest. Als im Jahre 1897 der Ochsenwagen­verkehr im Lande durch den Ausbruch der Rinderpest unterbrochen wurde und der ganze Frachtverkehr nach dem Innern durch das