Kamerun. Rliltellandbahn.
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arbeiten und durch die Schwierigkeiten der Bauausführung aut insgesamt 57 140000,ff, wovon 48350000 ./f auf den Bahnbau selbst fallen; für die Strecke Bidjoka—Njong (133km) sind die Baukosten auf 25 850 000 «ft, d. s. 194000 ,/f/km, veranschlagt. Die stärkste Steigung der Bahn soll landwärts 1 : 60, seewärts 1 : 100 (für die Ausfuhr) nicht überschreiten, die schärfsten Bahnkrümmungen sollen mindestens 200 m Halbmesser erhalten.
Die Bauausführung der Bahn wurde der Deutschen Ivolonial- Eisenbahn-Bau- und Betriebs-Gesellschaft in Gesamtunternehmung übertragen, machte aber infolge der ungewöhnlichen Bauschwierigkeiten und der ungünstigen Arbeiterverhältnisse recht langsame Fortschritte. Am 11. April 1912 wurde der vorläufige Betrieb für den öffentlichen Verkehr bis Edca, am 1. Dezember 1913 bis Bidjoka, aufgenommen. Die gesamte Strecke soll nach dem Bauverträge bis zum 24. Juli 1916 für den vorläufigen Betrieb fertiggestellt sein. Zur Beschleunigung der Arbeiten wird eine besondere Feldbahn als Fördergleis für Baugeräte und Baustoffe verlegt, und in umfassendem Maße von mechanisch zu betreibenden Trockenbaggern — Dampfschaufeln — Gebrauch gemacht, so daß die Zahl der für die umfangreichen Einschnittsmassen sonst benötigten eingeborenen Arbeiter wesentlich eingeschränkt werden kann.
3. Weitere Erschließung durch Eisenbahnen.
Der Plan einer S ii d b a h n von Kribi nach Ebolowa, von den Handelshäusern des Batangaküstenbezirks eifrig befürwortet und gefordert, hat wenig Aussicht auf baldige Verwirklichung, weil in Kribi erst ein brauchbarer Hafen mit großen Kosten geschaffen werden müßte; auch wäre das Einzugsgebiet dieser Bahn ziemlich beschränkt; sie würde der Mittellandbahn sogar einen Teil ihres Verkehrs entziehen.
Die weitere Ausgestaltung des Bahnnctzes in Kamerun wird sich nach dem Ergebnis der bisherigen Erkundungen voraussichtlich etwa in folgender Weise vollziehen: während die Hauptbahn von Mbalmajo aus in nordöstlicher Richtung zunächst auf Bertua zu führen sein wird, wird eine südöstliche Zweigbahn vom Njong über Sangmelima, Akoafim und M o 1 u n d u dem Dscha folgend auf Wesso zustreben und hier den schiffbaren Sanga erreichen. Die Hauptbahn wird sich etwa in Bertua gabeln in einen südöstlichen Zweig, der bis Nola und später vielleicht nach Singa (Botanga) am Ubangi fortzusetzen wäre, und in einen wichtigeren nord-