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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
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Die deutschen Kolonialbahnen in Afrika.

dem der Küstenbahn und der Landungsbrücke in I.ome an die Deutsche Kolonialeisenbahn-Bau- und Betriebs-Gesellschaft in Berlin auf 12 Jahre verpachtet. Nach dem Pachtverträge erhält das Schutzgebiet eine jährliche Mindestpacht von 306500 M, demnächst aus etwaigen Überschüssen die Pächterin ihre Entschädigung in Höhe von 30 000 ,H, während weitere Überschüsse mit ft / 10 dem Schutzgebiet, mit 1 / 10 der Pächterin zufallen. Die Züge werden von Palime über Lome nach Anecho und umgekehrt durchgeführt.

3. Die Hinterlandbahn Lome Atakpamo,

Die Anforderung der Mittel für diese Bahn war in der Bahn­vorlage von 1908 enthalten. Das geographisch, wie erwähnt, sehr ungünstig zugeschnittene Gebiet von Togo erstreckt sich, bei einer Küstenlänge an der Südgrenze von nur etwa 50 km, und einer durchschnittlichen Breite von etwa 175 km auf etwa 560 km von Süd nach Nord. Wie ein Blick auf die Karte lehrt, genügt die der Westgrenze zustrebende Bahn LomePalime nicht, um das Schutzgebiet in seinem mittleren und nördlichen Teil zu erschließen, zumal ihre Verlängerung nach Norden vor dem von Südsüdwest nach Nordnordwest verlaufenden Togogebirge halt­machen mußte. Hier war eine Bahn notwendig, die möglichst die Mitte des Schutzgebietes von Süd nach Nord durchschneidet, um das Rückgrat des Verkehrs zu bilden und seitlich anschließende Stichbahnen oder Straßen als Zubringer aufzunehmen. Nach dem Ergebnis der Erkundungen bot das Gelände im nördlichen Teile des Togogebirges die Möglichkeit für einen Bahnübergang. Zu­nächst wurden nur die Mittel für den Bahnbau Lome A t a k - pame in Höhe von 11,2 Mill. ,/t für etwa 165km Baulängo (rund 68 000 ,/6/km) gefordert, während die Fortsetzung der Bahn nach BassariBanjeliTschopowa, etwa 330 bis 340 km, bis auf das rechte Ufer des Otiflusses nur allgemein erkundet, ihre Aus­führung aber der Zukunft Vorbehalten wurde. Hier bedarf noch die Frage des Abbaues der bei Banjeli gefundenen anscheinend wertvollen Eisenerze zur Entwicklung einer bodenständigen, also Eingeborenen-Industrie, eingehender Untersuchungen. Auch kann das Vorkommen von Chromeisenstein, etwa 10 km nordwestlich von Glei, nahe an der geplanten Bahnlinie, wie die im Flußbett des Monu, etwa 12 km nordwestlich Sagada gefundenen gold­haltigen Ouarzgerölle für die künftige Bahn von Bedeutung werden.

Der Bau LomeAtakpame wurde der Betriebspächterin über-