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Die deutschen Kolonialbahnen in Alrika.
Reede von Anecho zu sperren und den ganzen Zollverkehr in Lome zu vereinigen. Nach Vollendung des Brückenbaues im März 1904 wurde der Bahnbau der Aktiengesellschaft Augsburg-Nürnberg (Zweiganstalt Gustavsburg) übertragen. Die Mittel in Höhe von 1 120 000 JC wurden durch die Etats für 1901 und 1902, 1904 und 1905 nach und nach bereitgestcllt. Die Baufrist betrug 12 Monate. Die anfangs mit 75 cm in Aussicht genommene Spurweite wurde glücklicherweise noch in letzter Stunde auf 1 m erweitert, und dieses Maß ist seitdem für die späteren Bahnen unserer Schutzgebiete maßgebend geblieben, mit Ausnahme von Südwest, wo zum Teil die Kapspur von 1,067 m Anwendung gefunden hat. Der Bahnbau im Küstengebiet bot keine Schwierigkeiten, zumal Erdarbeiten und Kunstbauten nur in geringem Umfange erforderlich waren; die ungewöhnlich niedrigen Baukosten, rund 23000 ./(- für das Kilometer, finden hierin ihre Erklärung. Die Küstenbahn liegt in dem der Lagune vorgelagerten, fast wagerechten Sandstreifen, so daß es besonderer Bauwerke nicht bedurfte; auch Brücken sind nicht vorhanden, einige kleine Durchlässe sind nur auf dem Bahnhofe Anecho notwendig geworden. Die wichtigsten Zwischenstationen sind Bagida, Vorwerk Bagida, Porto Seguro und Kpeme. Die Bahn hat außergewöhnlich günstige Linienverhältnisse, indem die größte Steigung 1 : 800, der kleinste Bogenhalbmesser 300 m beträgt. Bei der Einfahrt in den Bahnhof Anecho kommt eine kurze Steigung von 1 : 150 vor. Am 18. Juli 1905 wurde die Bahn in 44 km Länge dem Verkehr übergegeben und gleichzeitig die Reede von Anecho gesperrt. Die Gesellschaft m. b. H. Lenz & Co. in Berlin übernahm den Betrieb von Bahn und Landungsbrücke zusammen und vereinigte damit später den Betrieb der Inlandbahn.
2. Die Inlandbahn Lome-Palime.
Für diese Bahn führte im Jahre 1902 das Kolonialwirtschaftliche Komitee in Berlin Vorarbeiten aus; der Bahnbau wurde durch Gesetz vom 23. Juli 1904 genehmigt und die Mittel in Höhe von 7,8 Mill. M wurden dem Schutzgebiet vom Reich in Form eines mit 3V2 v - H. zu verzinsenden Darlehens durch die Etats der Jahre 1904 bis 1906 gewährt. Der Bahnbau in Meterspur wurde der Firma Lenz & Co. übertragen, im September 1904 begonnen und 1907 vollendet. Die 119 km lange Bahn wurde am Kaisersgeburtstage, 27. Januar 1907, dem Verkehr übergeben.