Teil eines Werkes 
4 (1908) Die deutschen Südsee-Inseln
Entstehung
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Die Inseln der Südsee, über denen unsere Flagge weht, sollten häufiger von poetisch veranlagten Reisenden, die Sinn für landschaftliche Reize haben, aufgesucht werden. Dann würde der Wald der deutschen Sänger bald vom Lob der deutschen Südsee widerhallen. Die in lauter Schönheit sich auf­bauenden Samoa-Jnseln, die liebliche Blanche-Bai auf der Gazelle-Halbinsel von Ren-Pommern, die reizvoll geschwungenen Linien der kaum über die Meeresfläche sich erhebenden Korallen- inseln, wie sie im Karolinen- und Marshall-Archipel so häufig zu sehen sind, die von ihnen eingeschlossenen stillen blauen Lagunen oder die düstere Erhabenheit der mil dichtem Urwald bestandenen Bergketten von Kaiser Wilhelms-Land alle diese aufs Geratewohl herausgegriffenen Natnrschönheiten unseres Südseebesitzes verdienen eine poetische Verherrlichung nicht minder, wie die Berge Thüringens und des Schwarzwaldes oder die Rebenhügel am grünen Rhein.

Es ist eine viel gebrauchte Redewendung, daß die schönsten Teile der Erde schon vergeben gewesen wären, als Deutschland endlich Kolonialpolitik zu treiben anfing und an der Aufteilung der herrenlosen Länder sich beteiligte. Wenn man schon bei einigen unserer afrikanischen Schutzgebiete zweifelhaft wird, ob diese Anschauung aufrecht zu erhalten ist, in der Südsee muß man ihre Berechtigung ganz entschieden bestreiten. Dort steht der deutsche Besitz an Schönheit und praktischem Wert keines-

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Misston in unsern Kolonien. IV.