Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
Seite
611
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Der Bismarckarchipel und die Salomonen,

Die kleineren Inseln.

Nordostens eine etwas stärkere Einwohnerzahl. Die Bewohner von St. Matthias sind Mela- nesier mit beträchtlicher polynesischer Beimischung, von mittlerer Größe und dunkelbrauner Hautfarbe. Ihr Haar ist bald kraus, bald gelockt und zum Teil sogar straff und wird von den Frauen meist kurzgeschoren, von den Männern länger getragen. Kleidung fehlt fast ganz, wenigstens bei den Männern, die oft nur die Schani mit einer Muschel bedecken, nicht selten aber auch diese weglassen. Die Frauen tragen Muschelschnüre um den Hals, dazn als Kleidung einen Gürtel aus feinen Fäden mit Fransen, durch den sie zwei feingearbeitete Matten stecken. Im ganzen finden wir bereits in diesen wenigen Kleidungsstücke,: Be­ziehungen zu den Admiralitätsinseln und zu Kusaie, einer der hohen Karolinen, aber auch zu den Banks- und Santa Cruz-Inseln. Die Hütten sind in der Mehrzahl unsauber; es gibt auch, wie in Mikronesien, Männer- und Junggesellenhäuser, deren Betreten den Frauen nicht gestattet ist. Sehr beachtenswert ist ein Webstuhl vom Karolinentypus, auf dem die erwähnten Leibgürtel hergestellt werden. Als Waffen dienen Speere von vorzüglicher Beschaffenheit und mit herrlichen Schnitzereien. Die gewöhnlichen Boote bestehen aus Ein- bäumen mit Auslegern und Schwimmern, aber es gibt auch Prachtkanus von 24 w Länge mit reicher Schnitzerei an beiden Enden, für 3040 Personen.

Die nordwestlichen Inselgruppen.

1) Die Inseln der Moanus-, Manus- oder Tauigruppe wurden von Le Maire und Schouten, ihren Entdeckern, die Dreiundzwanzig Inseln, später Admiralty Islands oder die Admiralitätsinseln genannt und führen ihren jetzigen Namen nach der fälschlich Taui genannten Hauptinsel oder nach dem Hauptstamm ihrer Südseite, den Moanus oder Manus. Sie erstrecken sich von 1° 50' bis 2° 30' südl. Br., unter Er­rechnung der Purdy-Jnseln bis annähernd zum 3. Breitenkreis und zwischen den Meridianen 146 und 148° östl. L. Von ihrer Gesamtfläche, die mit etwa 2600 c^Icra das Herzogtum Sachsen-Meiningen etwas übertrifft, entfällt der bei weitem größte Teil, 1900 czkm, auf die Hauptinsel zwischen 1° 55' und 2° 20' südl. Br. und zwischen 146° 30' und 147° 25' östl. L. Alle übrigen Inseln: die Los Negros-Gruppe, Matankor (Pak oder San Gabriel und Tong oder San Rafael), Los Reyes, Patuam, Rambutjo oder Jesus Maria, Lou, Baluau, Mbuke und viele ganz kleine nehmen zusammen nur wenige hundert Quadratkilometer Fläche ein.

Die Hauptinsel Moanus, Manus, Taui, Tjawomu, Kor oder die Große Admiralitätsinsel sll. 97^ hat eine annähernd rechteckige Form, die nur im westlichen Drittel durch von Süden (Malaibucht), von Norden (Boudeusebucht) und von Westen her (Kalibucht) einspringende Buchten etwas gegliedert wird. Von dem Nord­ostende des Körpers der Hauptinsel sind durch schmale Meeresstraßen die Los Negros- Jnseln abgegliedert, deren nach Nordwesten geöffneter Bogen den Seeadlerhafen umschließt. Das Innere besteht aus einem etwa 900 m hohen Plateau, das besouders nach Norden und Süden steil abfällt, während der Osten und Westen flacher sind. Nur im Osten erhebt sich ein steiler Kegel über das Plateau, wahrscheinlich ein aus jungeruptivem Gestein gebildeter Gipfel. Über die den Hauptkörper der Insel zusammensetzenden Gesteine sind wir nicht näher unterrichtet, doch ist es möglich, daß Matankor das westliche Ende des Gebirgsbogens bildet, der von den Salomonen über Neumecklenburg und Neuhannover im Bogen gegen Nordwesten und Westen streicht. Die Insel ist auch durch ihre Vegetation als ein Stück eines größeren Landes gekennzeichnet, da sie dichten, an Neuguinea erinnernden Wald trägt.Soweit