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Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
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Der Bismmckarchipel und die Salomonen.

Die kleineren Inseln.

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Auf den nördlichen Salomonen besteht seit 1899 eine apostolische Präfcktur, die sämt­liche früheren und jetzigen deutschen Inseln umfaßt. Der Präfekt sitzt in Poporag auf einer der Shortlandinseln; auf Bougainville und Buka sind drei Stationen vorhanden: St. Michael-Kiew, Patupatuai-Sariai (Buin) und das neugegründete Koromira am Kaiserin- Augusta-Kap, auf denen 6 Missionare, 2 Brüder und 4 Schwestern tätig sind s12, 1908/09, Anhang, 85; 1907/08, Anhang, 80s. Die Mitglieder der Mission sind sogenannte Maristen von der Gesellschaft Mariä, deren Mutterhaus sich in Meppen befindet.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind erst ganz wenig entwickelt. Das wichtigste Ausfuhrprodukt ist, wie im übrigen Südseegebiet, Kopra: besonders die Ostküste von Buka und die Westküste von Bougainville gelten für reiche Kopragebiete. Sonstige Erzeugnisse sind Steinnüsse und Fischereiprodukte, wie Trepang und Schildpatt, doch sind die Trepanggründe bei Buka durch Raubbau bald erschöpft worden. Pflanzungen sind bisher nur von der Maristenmission bei Kiew, von der Bismarckarchipel-Gesellschaft bei Arop nahe der Rottenburgbucht und von der New Britain Trading and Plantiug Company angelegt worden, doch dürften die Salomonen wegen ihres üppigen Pflanzenwuchses in Zukunft wohl als tropische Pflanzungskolonie in Betracht kommen; so gedeiht bei Kiew die Baum­wolle bisher gut. Der einzige Stützpunkt sür den hauptsächlich durch Hernsheim u. Komp. betriebenen Handel ist Kieta an der Nordostseite von Bougainville, wo auch die Regie­rungsstation errichtet ist. Hier verkehrten 1907: 39 Schiffe mit 8942 Tonnen, 1908: 52 Schiffe mit 11,934 Tonnen, darunter 6 Kriegsschiffe mit 1776 Tonnen s12, 1907/08, 9; 1908/09, 45, 49s. Anzeichen von Kupfer- und Zinkerzen sind stellenweise gefunden worden; doch ist noch nicht bekannt, ob abbauwürdige Lagerstätten vorhanden sind.

t) Die kleineren Inseln östlich von Neumecklenburg.

Östlich von Neumeckleuburg und Neuhannover erstreckt sich eine Reihe von kleineren, verschieden gebildeten, sehr ungleich großen Inseln, deren einige übriggebliebene Teile eines größeren Gebirgszugs zu sein scheinen, während andere ausschließlich Koralleneilande sind. Da über sie im allgemeinen nur sehr wenig bekannt ist, so sollen sie hier ohne Rücksicht auf ihre tektonische Stellung zusammengefaßt werden.

Am weitesten im Osten liegen die Koralleninseln, die als nordwestliche Fortsetzung der die Salomonen im Osten begleitenden Riffreihe angesehen werden dürfen. Man unter­scheidet vier Gruppen, die sich alle durch ähnliche Natur sowie durch starke polynesische Ein­flüsse auszeichnen, insofern sie polynesische Bevölkerung haben oder wenigstens gehabt haben. Es sind Nukumanu, Tauu, Kilinailau und Nuguria, und man kann ihnen auch Nissan noch zugesellen.

a) Die kleineren Koralleninseln. 1) Nukumanu (Palowi, die Tasman - oder Le Maire-, auch Simpson-, Coral-, Wellinggruppe) sll; 517) liegt unter 4° 30' bis 4° 40' und 159° 20' bis 159° 50' östl. L. und ist ein ringförmiges Atoll mit zwei Durchfahrten im Westen und Norden, die in die innere Lagune führen. Fast das ganze Riff ist von Inseln bedeckt, aber sie sind nur klein und wie Nukumanu nur 100 nr breit, so daß ihre Gesamtfläche kaum 2,5 ykm beträgt. Die größte Höhe ist 200 m, die Riffe haben also eine bedeutende Hebung erfahren. Die Bevölkerung ist mit etwa 300 Köpfen (1900) zahlreicher als auf den übrigen Inseln, da sie von Liueniua

Das Deutsch- Kolonialreich. II. ^