Der Vismarckarchipel und die Salomonen, — Allgemeines, 415
wo Kokospalmen gepflanzt werden und auch Fischfang getrieben wird. Am Huongolf liegt keine Siedelung von Bedeutung, außer der Missionsstation Deinzerhöhe (1899). Auf deu Inseln hat die Mission festen Fuß gefaßt; 1889 gründete die Rheinische Mssion eine Station auf Tami, 1890 auf Karkar, doch mußte die letztere schon 1896 verlassen werden. 1907 sind als neue Missionsstationen Nobonob an der Hansemannküste, Kap König Wilhelm und Samoahafen hinzugekommen.
L. DerKsmurckarchipel und die Salomonen KougmnviUe und KuKa.
1. Allgemeines.
Unter dem Namen Bismaröarchipel werden seit 1885 die Inseln zwischen Neuguinea, den Salomonen und dem Äquator zusammengefaßt. Ihre Abgrenzung erfolgt im Norden am besten durch den Äquator, im Süden durch den achten Parallelkreis. Im Westen kann als Grenze des deutschen Schutzgebietes der 141., als Ostgrenze des Bismarckarchipels der 154. Meridian östl. L- angenommen werden, doch pflegt man gewöhnlich Nissan, eine nördliche Fortsetzung der Salomonen, sowie die kleinen Korallengruppcn der Abgarrisinseln (Nuguria), der Carteretinseln, von Tauu und Nukumanu hinzuzurechnen. Geschieht dies, so ist die Ostgrenze des Bismarckarchipels in 160° östl. L. zn legen. Eine Schwierigkeit bei der Abgrenzung des Bismarckarchipels besteht in dem Mangel einer klareil Grenzlinie oder Grenzfläche gegenüber Neuguinea. Hier kann man entweder die Dampicr- straße, besser aber wohl die Meeresstraße zwischen der Kroneninsel und Bagabag oder gar die Jsumrudstmße zwischen Karkar und Neuguinea als Grenze annehmen, wenn man nicht etwa sämtliche vulkanischen Inseln vor der Küste Neuguineas als Fortsetzungen des vulkanischen Gebirges von Neupommern ansehen will; in diesem Falle sind auch die Schouten- oder Le Maire-Jnseln zwischen 145 und 144° östl. L. dem Vismarckarchipel zuzurechnen.
Für die Berechuuug derGröße des Bismarckarchipels ist die Zu- oder Abrechnung der kleinen Inseln an der Küste von Neuguinea nicht von Belang, da der Flächeninhalt der großen Inseln nicht ausreichend genau bekannt ist. Man nimmt nach der offiziellen Angabe die runde Zahl 47,000 <^rn an, eine Fläche etwa von der Größe der preußischen Provinzen Rheinland und Westfalen zusammen. Von dieser Fläche kommen mehr als zwei Drittel auf die beiden HauptinselnNeupommern (24,000 qKm, so groß wie Baden nebst Hessen) und Neumecklenburg (13,000 so groß wie Mecklenburg-Schwerin), die somit zusammen etwa die Fläche Ostpreußens einnehmen. In den Rest der Fläche teilen sich viele kleinere Inseln, von denen Neuhannover, das einen abgetrennten Teil von Neumecklenburg bildet, mit 1500 c^Km etwas größer als Rheinhessen ist, während die Admiralitätsgruppe, nahe 2° südl. Br. gesondert liegend, mit 1950 <zlcm ziemlich gellau der Fläche des Herzogtums Sachsen-Koburg-Gotha entspricht. Von sonstigen Gruppen sind in der Mitte die Neulauenburggruppe (60 ^Iim) zwischen Neupommern und Neumecklenburg und die Französischen Inseln (Witn) im Norden des westlichen Teiles von Neupommern, im Westen die Hermitinseln und die Ninigo- oder Schachbrettinseln, ferner die kleinen Atollgruppen der Purdy-Jnseln, von Kämet, Aua und Wuwulu