Der Bismarckcirchipel und die Salomonen. —
Die kleineren Inseln.
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7) Die uichtkoralliuen Inseln im Osten und Norden von Neumecklenburg.
Die Insel Neumecklenburg wird im Osten und Norden von einer Anzahl hoher Nebeninseln begleitet, die, aus älterem Gestein bestehend, anscheinend die Trümmer eines Gebirgs- bogens sind. Am weitesten südlich liegen die bei den F e n i- oder Anir - Inseln, nämlich Ambitle, Wonneram, St. Jan, St. John oder die Bournandinseln im Westen, Bäbase im Osten >^11; 250). Sie sind eine bis 562 m hohe, bewaldete, unter 4° südl. Br. und 152° 45' sich gegen Südwesten erstreckende Inselgruppe, deren Bewohner, Melanesier mit poly- nesischer Beimischung, nahe Beziehungen zu der Landschaft Siar des südöstlichen Neumecklenburg haben. Die Inseln selbst bestehen aus Andesit, Basalt und Korallenkalk. Auf der westlichen Insel, Ambitle, befindet sich ein Geiser, der bei seinen Ausbrüchen das Wasser 15 m hoch auswirft. Auf der östlichen Insel wohnt ein chinesischer Händler.
Dann folgt die Tonga-, Anthony Caens- oder Ormsongruppe f41; 250^, nahe 314° südl. Br. und 152° 25' östl. L., hoch und dicht bewaldet, aber nur gering an Fläche. Bekannter ist die Gruppe Lihir oder Lir mit der Hauptinsel Lihir oder Lir (auch Gerard de Nys, Gerrit Denys, Jsle du Bouchage und Day genannt) l^ll; sso), einer nahezu 500 m hohen, in eine Reihe von Berggruppen zerfallenden Insel von dreieckiger Form. Ihr schließen sich die Koralleninseln Malie (San Antonio) und Sanambir (San Bruno) sowie die je 200 m hohen Inseln Massait, Masahet oder St. Joseph und Mahur oder San Francisco an. Alle diese Inseln sind dicht bewaldet und gut bevölkert. Die Hauptinsel Lihir ist von tiefen Schluchten durchfurcht und scheint vulkanischer Natur zu sein, da am Luisenhafen starke Schwefelwasserstoffausdünstungen beobachtet worden sind. Ob auch die kleineren Inseln vulkanischen Ursprungs sind, ist noch nicht festgestellt. Die Tabargrupp e jll; 2soj besteht aus den beiden Inseln Tat au, Napalur oder San Lorenzo, und Tabar, Korumbo oder San Blas, die zusammen als Gardnerinseln bezeichnet werden, und aus Simberi, der Fischerinsel, San Pedro, Vishart oder Suzannet. Alle sind 300 — 500 in hoch nnd stark bewaldet. Sie bestehen, wie Lihir, im Innern aus jungen Eruptivgesteinen, während an den Rändern vielfach Korallenkalk ansteht.
Die Bewohner von Tanga und Feni haben nahe Beziehungen zu den Stämmen von Süd-Neumeckleuburg, aber auch manche zu Nord-Neumecklenburg und zu den Salomonen; umgekehrt ist das Dorf Muliama an der Ostküste Süd-Neumecklenburgs eine Kolonie der Bewohner von Tcmga. Die Feni- und Tangaleute unterscheiden sich von den Ein- gebornen Süd-Neumecklenburgs in erster Linie durch die Gesichtstätowierung, deren Ursprung offenbar polynesisch ist. Auch die Sprache hat polynesische Anklänge, vermutlich weil nicht selten Boote der Polynesier durch die Meeresströmungen nach der Ostküste Neumecklenburgs und den vorgelagerten Inselgruppen vertrieben worden sind. Kleidung fehlt fast ganz; die wichtigsten Waffen sind Keulen, Speere, Schleudern und seit dem Verkehr mit Weißen die Axt. Die Ehe beruht auf Kauf. Den Dorfschaften stehen Häuptlinge mit nicht unbeträchtlichen Machtbefugnissen vor. Auf der Tabargruppe treibt die Neuguinea- Kompanie Handel s12, 1908/09; 41^.
Als Tench Island (fälschlich Squcilly - Insel) ^11; 337. 298. 305^ wird unter 15M/2° östl. L. und 1° 33' bis 1°48' südl. Br. auf manchen Karten eine ovale Insel gezeichnet, die aber in dieser Form und an diesem Orte nach Parkinson nicht vorhanden ist, sondern unter 1° 48' südl. Br. und 150° 38' östl. L., nach der neuesten Bestimmung von Vahsel