Der Bismarckarchipel und die Salonionen. —
Die kleineren Inseln.
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Körper und auf beide Geschlechter erstreckt. Die aus Matten bestehende Kleidung wird aus Hidisons- und Bananenfasern ans Webstühlen angefertigt, die sich von den Karolinen bis zur Santa Cruz-Gruppe in ganz ähnlicher Form nachweisen lassen, aber auf den rein mela- nesischen Inseln fehlen. In die Nasenflügel werden Schildpattplatten gehängt, jedoch nur von den Zauberern; das Volk trägt auch Ohrringe aus Schildpatt- oder Muschelplatteu, ferner geflochtene Armbänder, früher aus Nukumann auch Walfischzähne. Heute sind Glasperlen an die Stelle des einheimischen Schmuckes getreten. Allgemein ist noch das Eiuölen des Körpers üblich. Die Wohnungen sind überall gleich gebaut; es sind 6—8 in lange Hütten von 3—4 in Breite mit Seitenwänden von 1,5—2 rn Höhe uud mächtigen Dächern aus geflochtenen Kokos- und Pandanusblättern. Als Waffen sind Speere, Keulen uud Knüttel vorhanden. Die Kanus werden meist aus Treibholz hergestellt und waren zum Teil sehr groß, auf Tauu bis zu 14,5 rn lang bei 1,5 in Tiefe. Der Fischfang wird mit Speeren, Netzen, Angeln aus Perlmutter, Schildpatt und der Muschel Iroonus ausgeübt, meist auf hoher See und nachts. Im übrigen lebt die Bevölkerung von den Früchten des Waldes, Pandanus, Brotfmchtbaum und Kokospalme, sowie von dem in primitivem Anbau gewonnenen Taro (s. Taf. 22, Bild 3). Die Häuser wurden in sauber gehaltenen Straßen zu Dorfschaften zusammengestellt, doch sind diese auf Nuguria und Tauu jetzt stark im Verfall begriffen. Die Dörfer stehen stets auf der Hauptiusel, die kleineren Inseln sind meist nicht bewohnt.
/S) Nissan.
Auch Nissan ist eine Koralleninsel; aber es nimmt insofern eine besondere Stellung ein, als es in der Verlängerung der Insel Bougainville liegt und unmittelbar zu den nichtkorallinen Nebeninseln im Osten von Neumecklenburg überführt. Auch wird es von dunkeln Salomoniern bewohnt, ist wirtschaftlich besser entwickelt als die eben besprochenen Inseln und in jeder Hinsicht viel besser bekannt.
Nissan (die Grüne Insel, Sir Charles Hardy-Jnsel oder Los Caimanes) liegt in 4^° südl. Br. und 154° 20' östl. L. und stellt nach G. Schmiele ^282) ein ellipsenförmiges Atoll von 27 Kin Länge und 21 Icin Breite (nach Parkinson ^11; 472) 15 und 10 1<ra) mit drei Inseln dar. Von diesen nimmt die Hauptiusel Nissan den ganzen Osten, Süden und fast den ganzen Westen der Ellipse ein; nnr im Norden ist der Ring geöffnet, insofern drei Kanäle zwei weitere Inseln abtrennen, Barahun und Sirot, zwischen denen noch ein kleines, mit Busch bestandenes Eiland liegt. Als Durchfahrt dient nur der südliche Kanal zwischen Nissan und Barahun; er führt in die etwa 25 in tiefe Lagune, deren nördliches Ende vor der Insel Sirot ganz seicht und steinig ist. In der Mitte der Lagune liegt die unbewohnte Insel Han oder Lehon. Der Korallenkalk, aus dem der Boden der Inseln besteht, hinterläßt als Berwitterungsprodukt einen gelbrötlichen Lehm, der im Osten von Nissan infolge von Reichtum an humosen Bestandteilen dunklere Färbung angenommen hat. Die Höhe der Inselgruppe übersteigt 60 in nicht; am größten ist sie an der Ostseite von Nissan, von wo das Riff 40—60 in sehr steil, zuweilen überhängend zu einem kaum 500 in breiten Vorlande, Talehua, abfällt, das wegen der an ihm tobenden Brandung vom Meere aus unzugänglich, vom Lande aus nur schwer zu erreichen ist IM. 284^.
Die Vegetation besteht vorwiegend aus ?ious-Arten, Brotfruchtbäumen, Kokos-, Areka- und St'einnußpalmen, während Sagopalmen, Kasuarinen, Euphorbiaceen und Farne
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