Die Palau-Jnseln.
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Von noch größerer Wichtigkeit aber ist die Eröffnung des deutsch-niederländischen Kabels von Banjoewangi auf Ostjava über Menado auf Celebes nach Jap am 28. April 1905 geworden, der schon am 26. Oktober 1905 die Eröffnung des Kabels Jap-Schanghai gefolgt ist; Jap wurde dadurch an das Welttelegraphennetz angeschlossen. Außerdem ist Jap durch ein Kabel mit Guam und dadurch mit den Philippinen und den Vereinigten Staaten verknüpft, und im Dezember 1909 ist dazu drahtlose Telegraphie nach den Palau-Jnseln eingerichtet worden.
Der Hafen von Jap wurde 1908 von 20 deutschen Dampfern mit 20,826 Tonnen, von 4 englischen Segelschiffen mit 347 Tonnen, von 3 norwegischen Segelschiffen mit 2301 und von 5 japanischen Segelschiffen mit 911 Tonnen, zusammen von 32 Schiffen mit 24,385 Tonnen angelaufen 142, 1903/09; 13).
Die wirtschaftlichen Berhältnisse auf Jap sind zurzeit ungünstig, weil die Zerstörung der Kokospalmen durch die Schildläuse nicht nur die Kopraernte schwer schädigt, sondern auch die Eingebornen in ihrer Ernährung arg beeinträchtigt. Außer der Kopra aber bietet Jap zurzeit kein Ausfuhrerzeugnis von Bedeutung dar, und da auch auf dem weithin verbreiteten Grasland so gut wie keine Viehzucht getriebeu wird — 1908 gab es 45 Stück Rindvieh auf der Insel —, so geht es mit der Inselgruppe wirtschaftlich bergab s12,1906/07, ig; 1907/08, 12); im Jahre 1908 ist die Kopraausfuhr allerdings wieder gestiegen, seitdem der Koprahandel freigegeben worden ist s12,1903/09; 13). Kaufmännische, landwirtschaftliche und gewerbliche Unternehmungen gab es 1908 auf Jap sechs s12, 1993/09; 39).
ä) Die Pelau- oder Palau-Jnseln.
Die westlichste Inselgruppe Deutsch-Mikronesiens sind die Palau-, besser Pelau- Jnseln (auch Palao-, Pelewinseln), die sich zwischen 6° 50' und 8° 10' nördl. Br. und zwischen 134° 10' und 134° 48' östl. L. erheben. Man rechnet zu ihnen alle Inseln von Angaur im Süden bis Kajangle im Norden sowie auch das Ngaruanglriff, das früher eine Insel getragen haben soll. Um' die Hauptinsel Babeltaob gruppiert (vgl. die Karte auf S, 376) sich eine Anzahl von Nebeninseln, und zwar nördlich zwei kleinere Eilande, Ngare- keklau und Ngaregur sowie das Kossolriff, das Kajangleriff und das Ngarnanglriff; südlich die Inseln Koror, Gomotes (Olupsapel), Ngarekobasang, Ngargol, Malawi, Uruksapel, Aulong, Eil Malk, die Akmugümur-, die Kolsobol- und die Uruguitinseln, Akomakam, Akom- kum, Ngoduk, Ngamelisiusel, Eiltaob, die Erekteltiu-Jnseln, Pililju und Angaur IM).
Mit einer Gesamtfläche von 450 hkm übertrifft die Palaugruppe diejenige des ganzen Marshallarchipels und ist ebenso groß wie Kusaie, Truk und Jap zusammengenommen. Mit deutschen Staaten verglichen, übertrifft sie die Fläche der Stadt Hamburg um ein geringes. Die Hauptinsel Babeltaob allein hat etwa 300 qlcra Fläche, also die Größe des Fürstentums Reuß ä. L. und der Hauptinsel von Ponape. Im ganzen zählt man sieben größere, bewohnte, und mehr als 20 kleine, unbewohnte Inseln.
Die Palau-Jnseln erheben sich aus tiefem Meere. Nach der von Schott veröffentlichten Tiefenkarte des Großen Ozeans (vgl. S. 315) zwischen Celebes und den Marianen liegen sie auf einer Stufe des Meeresbodens, insofern westlich von ihnen die Meeresti efen 4000— 5000 m betragen, unmittelbar östlich von ihnen aber einer jener überaus tiefen Gräben auftritt, deren Existenz erst seit 1905 genauer bekannt geworden ist. Der hier in Betracht kommende Palaugraben s70; Karte) wird durch eine Schwelle in einen südlichen und einen