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Die Schutzgebiete in der Südsce.
Jaluitgesellschaft mit dem Anpflanzen von Kokospalmen begonnen. Die 69 Köpfe zahlende Bevölkerung, die wegen der isolierten Lage der Insel noch sehr ursprünglich ist, wird jährlich zweimal von Jaluit aus mit Nahrungsmitteln versehen. Ujelang (Udjelang, Ujilong, Providence, Morning Star, James, Kewley oder Arrecifes) liegt unter 161° östl. L. und 9° 55" nördl. Br. schon nahe den nordöstlichen Karolinen. Es besteht aus einer langen Insel auf dem südlichen Teile des im Norden und Westen offenen Riffs und galt in der Mitte des 19. Jahrhunderts als gut besiedelt (es soll etwa 1000 Bewohner gehabt haben) und reich an Kokospalmen, wurde aber in den 1870er Jahren durch eine Sturmflut verwüstet. Anfang der 1880er Jahre siedelten die letzten Bewohner, einige 20, nach Jaluit über, dann aber wurde Ujelang neu bepflanzt; heute ergibt es 200 Tonnen Kopra und hat 27 Bewohner.
L. Die Karolinen.
1. Allgemeines.
Unter dem Namen der Karolinen faßt man alle Inseln zwischen 137 und 164 östl. L, und 10—4° nördl. Br. mit Ausnahme von Ujelang zusammen, ja man rechnet dieser Gruppe auch noch die Palau-Jnseln nnd das Helenariff, Merir, Bur und Sonsol (siehe S. 381) hinzu, so daß in diesem Falle westwärts der 132. Meridian nach Westen, südwärts der 3. Parallelkreis nach Süden hin überschritten wird und die Ausdehnung der Gruppe volle 32 Längen- und 7 Breitengrade erreicht. Das ergibt eine Gesamtfläche von 2,?, ohne Zurechnung der Palau-Jnseln und des Helenariffes von fast 2 Mill. hkm, also fünfmal, bezw. fast viermal soviel wie die Fläche des Deutschen Reiches. Auf diesem gewaltigen, fast ganz wasserbedeckten Raum sind nicht mehr als 1000 c^lcrn (etwa das Gebiet der drei Hansestädte), mit Einrechnung der Palaugruppe 1450 c^Krn (soviel wie die beiden lippeschen Fürstentümer) landfest. Überdies zersplittert sich diese Landfläche in zahllose Inseln, unter denen nur vier eine gewisse Größe haben, nämlich Ponape mit 347, Jap mit 207, Trnk oder Ruk mit 132 und Kusaie mit 110, zusammen 796 ylcm; in den Rest von kaum 200 gkm teilen sich etwa 700 Koralleninseln.
Infolge der großen Ausdehnung der Karolinen über gewaltige Meeresflächen nnd der Kleinheit der Einzelinseln sind die Entfernungen zwischen ihnen außerordentlich groß. Bon dem westlichsten Riff, Ngulu oder Ngoli im Südwesten von Jap, bis zur östlichsten Insel, Kusaie, sind etwa 3000 Km zurückzulegen, eine Entfernung etwa wie zwischen Wcst- irland und Neufundland, also die Breite des ganzen nördlichen Atlantischen Ozeans. Rechnet man 35 Inselgruppen zu den Karolinen, so beträgt die mittlere Entfernung zwischen je zweien 239 Inii, und es kommt auf 57,000 ^Km Wasser immer 1 ^lcni Land, also auf eine Fläche wie Hannover und Schleswig-Holstein zusammen weniger Land als das Fürstentum Monaco.
Die deutsche Kolonialverwaltung scheidet die Westkarolinen von den Ostkarolinen durch den 148. Meridian. Diese Einteilung dient aber nur Verwaltungszwecken und entbehrt innerer Begründung. Will man eine rein äußerliche, topographische, Einteilung vornehmen, so empfiehlt es sich, die östlichen, die mittleren und die westlichen Karolinen zu unterscheiden und sie durch die Meridiane 156 und 142 abzugrenzen; dann fallen den östlichen Karolinen