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Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
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Die Schutzgebiete in der Südsec.

II. Deutsch - Mikronesien. ^. Uauru und die MarshaMusew.

1. Wcruru.

Nauru (besser Nau'uru, auch Nawodo, Navoda, Onawero, Shank- oder Pleasant Is­land genannt) ist 1795 oder 1798 von Fearn entdeckt worden ^115) und 1888 zum Deutschen Reich gekommen. Die 20 ykm große Insel, deren Kreisgestalt nur im Südosten durch die Anybodybai unterbrochen wird, liegt nahezu unter dem Äquator: die genaue Lage des Hauses des deutschen Regierungsbeamten ist 0° 26' 3" südl. Br. und 166° 56' 8" östl. L. s72a, 72b^. Den Namen Pleasant Island verdient die Insel in der Tat, weil sie mit ihren male­rischen, zackigen Klippen und ihrem vielen Grün einen reizvollen Anblick gewährt, zumal da sie ziemlich hoch ist. Sie steigt vom Strande, der in einer Breite von 209699 m die ganze Insel umgibt, zu einer hügeligen Hochebene von 3540 m auf, über der sich der Berg Juae bis 70 m Höhe erhebt. Nur im Südwesten ist in dieser Hochebene eine Einsenkung vorhanden, deren tiefste Stelle der See Arenibek oder Arinobeek einnimmt; er ist 500 m lang und 100 200 m breit, soll im Norden 10 m tief sein und steht mit den: Meere in Verbindung, da er Flutwechsel hat; sein Wasser ist klar und brackig, seine Uferklippen und Felsen sind von üppigem Grün umgeben. Auf der sanft abfallenden Böschung der Ufer liegen dunkle Steine und dunkler Sand, die sich als vulkanisch erwiesen haben. Der Arenibeksee ist also ursprünglich ein alter Krater, das Grundgerüst von Nauru vulkanischer Natur. Im übrigen besteht die ganze Insel aus Korallenkalk, der aber stark gehoben ist. Bevor dies geschah, war Nauru ein Atoll mit einer Lagune, die den: alten Krater entsprach nnd deren letzter Rest jetzt der See Arenibek ist. Der Korallenkalk ist gelblichweiß, sehr hart, glänzend, nicht porös, zum Teil in Phosphat umgewandelt und enthält Höhlen mit Tropfstein­bildungen; sonst ist der Boden bis auf wenige Stellen mit einer dünnen Humusschicht bedeckt. Das die Insel umgebende Riff ist 150300 m breit, nur im Südwesten und Westen frei von Steinen, fällt steil zum Meere ab, bietet keinen Ankerplatz dar und wird zur Flutzeit überspült ^115. 116. 118. 121^

Klimatisch liegt Nauru in dem Grenzgebiete zwischen den beiden Passaten, und die größtenteils aus dem östlichen Quadranten stammenden Winde schwanken daher zwischen Nordost und Südost häufig hin und her. Auch der im allgemeinen niedrige Stand des Baro­meters, der 756,3 min im Jahresmittel beträgt, entspricht den Verhältnissen dieser Grenz­zone. Wieweit die hervorstechendste Eigenart des Klimas der Insel, die außerordentlichen Schwankungen in den Niederschlagsverhältnissen, mit dem wechselnden Spiel der beiden Passate zusammenhängt, muß offeu gelassen werden. Schon in der Verteilung der Nieder­schläge auf das Jahr ist eine große Unregelmäßigkeit zu erkennen; wenn auch die Monate Oktober bis März oder November bis April im 1113jährigen Mittel etwas mehr Regen zu erhalten scheinen (56,2 Prozent der Jahressumme) als die übrigen, so ist doch von einer eigent­lichen Regen- und Trockenzeit keine Rede; 1999 hatte Nauru drei Regenmaxima, im Mai, August und November, 1992 sogar vier, im Mai, Juli, September und November, IM