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Die Schutzgebiete in der Südsee.
Die Wohnungen sind ziemlich einfache Hütten aus Stangen, deren Wände und Dach mit Kokosblättern gedeckt werden: auf Lamutrik und neuerdings auf Oleai haben sich auch Bretterwände mit offenen Türen und Fensterlücken eingebürgert. Die Höhe der Hütten beträgt auf Lamutrik 3, die Breite 2, die Länge 5—6 in. Auf Oleai werden von den Dorfschaften auch größere Häuser für den öffentlichen Gebrauch errichtet, von denen die eine Art, Falopcn, den Männern als Schlafraum dient, ohne den Fronen verschlossen zu sein, während die andere, Falva, nur für den Tagesanfenthalt bestimmt ist. Das Hausgerät ist einfach. Eine große Rolle spielen natürlich die Fischereigerätschaften. Die Beile aus der Tridaknamuschel mit Holzgriff sind auf Lamntrik setzt durch metallene ersetzt, auch an Stelle der einheimischen Drillbohrer und der Kokosnußschaber aus Muschel oder Stein sind europäische Erzeugnisse getreten. Daneben sind Wasserschöpfer gebräuchlich, Backpfannen oder Kochtöpfe aus Muscheln, Körbe aus Kokoswedeln zum Aufbewahren von Gegenständen, Taschen aus Pandanus, Holzteller, Schildpattlöffel, Kinderwiegen und der Webstuhl, auf dem Kleidernratten und Arbeitsmatten gewebt werden.
An Fahrzeugen haben die Oleaileute Ruder- und Segelkanus, erstere für 1—11 Personen mit Ausliegern und Nuderbänken, letztere für eine stärkere Besatzung, mit breiten Bäuken, Ausliegern und wohnungsartigen Verschlügen (Deckhäusern) für längere Reisen. Mit diesen Kanus betreiben die Eingebornen den Fischfang, die wichtigste Beschäftigung der Männer, machten aber früher und zum Teil noch heute lange Fahrten nach Jap, Saipan, Truk, gestützt auf ihre Keuntnis der Gestirne und der Dünung auf dem Meere.
Polygamie ist gestattet, doch haben die Männer ans Oleai meist nur eine Frau, arme oft gar keine, da der Erwerb einer solchen durch den notwendigen Besitz von Brotfruchtbäumen, Kokospalmen und Kanus kostspielig ist. Kriege sind so gut wie unbekannt. Politisch standen die Eingebornen von jeher unter dem Oberhäuptling von Jap, dem sie auch jetzt noch alle zwei Jahre einmal Halsketten, Matten und Chamamuscheln bringen, wofür sie mit Reng, dem Farbstoff aus der Gelbwurz ((üurourira), entschädigt werden.
e) Die westlichen Karolinen.
Zwischen Aurepik, der westlichsten der mittleren Karolinen, und Sorol und Fais, den östlichsten Westkarolinen, befindet sich ein landfreier Raum von annähernd 2^2 Längengraden Durchmesser, so daß die hier befolgte Scheidung vom topographischen Standpunkte aus jedenfalls gerechtfertigt ist. Am weitesten östlich unter den Westkarolinen, unter 9° 45' nördl. Br. und etwa 140° 33' östl. L., liegt Fais (Feis, Astrolabe oder Tromelin), ein 3l) m, nach Senfft nur 10 m hohes, gehobenes Atoll mit einer fruchtbaren angebauten Vertiefung in der Mitte, der landfest gewordenen alten Lagnne. Fais trägt Kokospalmenbestände, aber auch Felder von Bataten, Uams und Tabak, außerdem Brotfruchtbäume, Bananen und Zitronen. Neuerdings ist es wegen seines Reichtums an Phosphat besonders bekannt geworden. Die Bevölkerung besteht ans Zentralkaroliniern von großer Gestalt, brauner Hautfarbe und mit schöner Tätowierung bei den Männern. Die Ohren werden durchlocht und mit Schmuck überladen s179. 18H, Die Einwohnerzahl betrug 1901 etwa 300. Das Klima ist nach den im Jahre 1897 angestellten Beobachtungen ein mäßig feuchtes tropisches Seeklima mit einem Jahresmittel von 27,r°, einer Bewölkung von 5, einer mittleren Windstärke von 2 und einem Niederschlag von 2812 iruri. Die Verteilung des Regens über das Jahr war ganz unregelmäßig, denn es gab vier Maxima, im Januar,