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Die Schutzgebiete in der Südsee.
Tätowierung auf Armen, Beinen und Mittelkörper war allgemein üblich. Als Nahrung dienen in erster Linie die Früchte der Kokospalme, des Brotfruchtbaumes, Dams, Bananen, Bataten, Taro, auch Zuckerrohr, Ananas, Melonen, Feigen. Tierische Nahrungsstoffe liefern das an Fischen und anderen Seetieren reiche Meer und der Wald mit seinen Fruchttauben und Fliegenden Hunden. Als Festbraten dienen das Schwein und der Hund, als Festgetränk die Kawa wie auf Samoa. Die Wohnungen sind auf Kusaie aus gut zu- behauenen Baumstämmen erbaut, mit Schnitzereien geschmückt und mit mächtigen, auffallend hochgiebeligen Dächern aus Pandanusblättern bedeckt. Ju Ponape sind die ansehnlichen, geräumigen Hütten, die allerdings nur spärlichen Hausrat bergen, zum Teil auf Steinfundamenten errichtet und oft am Wasser gelegen. Sie erinnern dann an die großen Steinbauten aus älterer Zeit, welche die Aufmerksamkeit aller Reisenden auf sich gezogen habeu, im großen Gegensatz zu den modernen Häusern mit Veranden und Freitreppen, die auch die Häuptlinge z. B. auf Kusaie sich schon vor 25 Jahren bauen ließen jM, Die alten Steinbauten s54. 61.147. 157) von Kusaie und Ponape sind ihrer Entstehung nach noch nicht genügend erklärt. Vor Kusaie ziehen sie sich zum Teil in der Höhe von 9 in und der Dicke von 4—5 m fast über die ganze Insel Lölö hin. Die Mauern sind aus roh behauenen, aber zum Teil gewaltig großen Basaltblöcken errichtet, zwischen denen kleine Steine als Bindemittel eingefügt sind. In den oberen Teilen hat man oft sechseckige Basaltsäulen verwendet, im Innern der Mauerzüge siud von Geröll verschüttete Vierecke abgeteilt, deren Boden mit stachen Steinen gepflastert ist, während an der Außenseite der Mauern Gräben laufen, die in mit dem Meere in Verbindung stehende Kanäle münden. Auch auf Ponape ist Nanmatal oder Nanmatol, eine kleine Gruppe von Eilanden an der Südostküste, berühmt durch seine Steinbauten, die noch bedeutend größer sind als auf Kusaie. Eine von ihnen zeigt unser Bild (s. Taf. 25, Bild 2). Sie bedecken volle 41,3 üg, und dienten offenbar zur Verteidigung der Insel, da sie ihre Außenseite dem Meere zuwenden. Man kann Reihen von Straßen unterscheiden, die strahlenförmig gegen das Meer auslaufen. Auch hier sind die Mauern aus Basaltsäulen roh zusammengefügt und umschließen viereckige Komplexe, teils Rechtecke, teils Quadrate, zwischen denen Wasserwege entlangführen. Von den etwa 80 Ruinen sind nach Kubary s156^ etwa drei Viertel nur Unterbauten für Häuser, ein Viertel aber hat Oberbauten. Kubary erklärt diese letzteren Gebäude für Begräbnisplätze, weil er in ihnen Knochenreste, Schmucksacheu und Steinäxte fand, aber wahrscheinlicher ist Wohl Hernsheims Annahme, daß diese Bauten ein befestigtes Lager bildeten. Dafür spricht auch das Vorkommen von Gräben und terrassenförmigen Bauwerken. Für die Annahme Kubarys, daß die Vorfahren der Ponapesen diese Bauten nicht hätten fertigstellen können, liegen keine Beweise vor, im Gegenteil muß man annehmen, daß sie die Erbauer waren, auch der Erdwälle, die sich im Südwesten zwischen Ronkiti und Palcmg sinden.
b) Die mittleren Karolinen.
Die mittleren Karolinen sind über eine breitere Meeresfläche verstreut als die östlichen. In ihrer östlichen Abteilung, etwa von 155 bis 149°, überwiegen die großen Atolle, und es lassen sich zwei Reihen, eine nördlichere und eine südlichere, unterscheiden; im Westen aber sind es meist nur kleine Atolle, zum Teil Einzelinseln.
Der nördliche Zug beginnt mit der ihrer Lage nach fraglichen Insel San Rafael,