indes keine besonders ungünstige Folge, so lange ein so befähigter Gouverneur aus Colberts Schule wie Ferolle (1687—1705) an der Spitze stand. Wenn er auch vieles nicht zu Ende führen konnte, wie die von ihm geplante Straße von Cayenne nach dem Amazonenstrome, die nur bis zum Oyapock gedieh, so bedeutet seine Verwaltung doch eine Blütezeit für Cayenne, das dann im Laufe der ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts mehr und mehr zurückging. Der Mangel an Negern — von 1744 bis 1756 landeten nur fünf Negerschiffe *) — war mit eine der wichtigsten Ursachen für den Rückgang der Landwirtschaft, die indes im Jahre 1760 immer noch zwei-, drei-, vier- und zwölfmal mehr Zucker, Kakao, Farbhölzcr und Baumwolle erzeugte, als in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, wo der dem Lande durch das Unglück am Kourou erwachsene besonders schlechte Ruf noch immer nicht überwunden ist. Das ist Choiseuls Schuld, der bei seinem Kolonisationsplane auch nicht eine Spur derjenigen Gewissenhaftigkeit bewies, die bei einem so schwer zu behandelnden, von so viel Unglücksfällen heimgesuchten Lande durchaus notwendig gewesen wäre.
Aber Gewissenhaftigkeit lag seinem Charakter überhaupt fern.
II. Choiseul.
Etienne-Frai^ois duc de Choiseul-Stainville war vierundvierzig Jahre alt, als er die Verluste des verhängnisvollen Pariser Friedens durch die koloniale Unternehmung in Guyana wieder auszugleichen unternahm. Er entstammte einem Geschlechte, das sich bis in das frühe Mittelalter verfolgen läßt. Das Ahnenschloß in der Champagne stand schon zur Zeit der Kapetinger, und schon damals mögen die Mitglieder jenes Geschlechtes, das man mit den Grafen von Langres und den Grafen von Bassigny in Verbindung gebracht hat 2 ), -eine nicht unwichtige Rolle gespielt haben. Ein Karl von Choiseul war an den Kämpfen der Ligue beteiligt und
') Daubigny, Choiseul et la France d’outre-mer. Paris 1892 8. Anmerkung.
3 ) Notice sur le maruchal du Plessis et sur ses Memoires (Petitot II, Band 57. Paris 1827. 122).