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Choiseul und die Katastrophe am Kourouflusse : eine Episode aus Frankreichs Kolonialgeschichte / von Willy Marcus
Entstehung
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I. Allgemeine Aussichten.

Ernst Curtius vergleicht im ersten Bande seiner griechischen Geschichte die kolonialen Wanderungen der Alten mit beruhigenden Blutentziehungen bei fieberhaften Krankheiten). Aber nicht nur für die alten Zeiten paßt jener Vergleich, sondern auch für die späteren und spätesten Perioden der Geschichte. Die Protestanten, die, vor Maria der Blutigen und Ludwig XIV. flüchtend, den heimischen Boden verließen, die Katholiken, denen Cromwells Puritanertum unerträglich erschien: sie alle trugen durch ihre Auswanderung zur Beruhigung des Vaterlandes bei * 2 ). Aber nicht allein diese, die Entfernung widerstrebender Volksschichten zur Folge habende Art der Kolonisation ist geeignet beruhigend zu wirken, sondern auch jene, die in der Besiedelung neuer Gebiete den Ersatz für erlittene Länderverluste sucht und dadurch die Mißstimmung eines Volkes beseitigt oder wenigstens mindert.

In einer solchen Lage befand sich Frankreich am Ende des siebenjährigen Krieges. Seine Heere hatten nicht allein auf dem Festlande Europas den alten Wafl'enrulim zum Teil eingebüßt, sondern der französische Staat hatte vor allem in Nordamerika jene Verluste erlitten, die seine Vormacht in der neuen Welt für immer brachen. Diese Scharte auf irgend eine Weise auszu wetzen, war das eifrigste Bemühen Choiseuls, und er glaubte in der Neubesiedelung Guyanas, der verkommensten französischen Kolonie, eine Art Ersatz für den Verlust der nordamerikanischen Gebiete gefunden zu haben. Man hat bemerkt, daß die europäischen

') Berlin 1868. 425.

2 ) Roscher, Kolonien, Kolonialpolitik und Auswanderung. Leipzig und Heidelberg 1856. 41 ff. führt hierfür Beispiele der verschiedensten Völker und Zeiten an.

Marcus, Choiseul

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