^Warum die Südseebefitzungen beutst bleiben müssen
Betrachten wir das Bild, das sich in den vorhergehenden Abschnitten vor unseren Augen entrollt hat, noch einmal zusammenfassend, so ergibt sich mit unzweifelhafter Klarheit, daß unsere Besitzungen in der Südsee nach diesem Kriege Aufgaben zu erfüllen haben werden, die hinter denen unserer afrikanischen Kolonien nicht zurückbleiben.
Nicht Eroberungslust, Ehrgeiz, Abenteuerdrang oder eine vorübergehende Laune haben die Lenker der Geschicke des Deutschen Reiches veranlaßt, unter Bruch mit alten Überlieferungen und Grundsätzen überseeischen Landerwerb zu suchen, vielmehr hat sie die klare Erkenntnis der dringenden Bedürfnisse unseres Volkstums dazu veranlaßt, nach eigenen Betätigungsfeldern für Deutschlands Handel und Wandel in Übersee Ausschau zu halten. Die Gesichtspunkte, die damals den Ausschlag gegeben haben, sind heute nicht verschwunden, vielmehr sind die Bedürfnisse von Handel und Industrie mit ihrer fortschreitenden Entwicklung noch gewachsen. Wenn dieser Krieg ausgekämpft sein wird, dann darf das Deutsche Reich nicht durch den Verlust seiner Kolonien — oder Teilen davon — in seiner natürlichen Entwicklung gehemmt sein, vielmehr muß es sich voll entfalten können im freien Spiel der Kräfte. Die deutsche koloniale Be- tätigung hat längst aufgehört, eine Privatangelegenheit einzelner unternehmender Kaufleute zu sein; sie ist seit langem eine Angelegenheit des ganzen deutschen Volkes geworden.
In der Reihe unserer überseeischen Besitzungen spielen aber diejenigen in der Südsee eine hervorragende Rolle, sowohl in macht- politischer wie in wirtschaftlicher Beziehung. Angesichts der nach dem Kriege so dringend notwendigen Zusammenfassung all unserer Kräfte wird es nötig sein, die von allen Rohstoffen entblößte Heimat so rasch wie möglich in die Lage zu versetzen, die aus dem Gleis geworfene Volkswirtschaft wieder aufzubauen.
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