Einleitung
„Wer je den Reiz der Südseelandschaften hat schauen dürfen, wer je die formen- und farbenprächtigen Korallengärten tief unter dem Meeresspiegel vom stillen Kahn aus auf sich hat wirken lassen, wer jemals das Rauschen der graziösen Kokospalmen beim Mondschein im Passat gehört, der kann die Erinnerung daran nie wieder aus der Seele reißen. Für immer wird er sie als kostbaren Besitz in seinem Herzen tragen und sich zurücksehnen nach diesem auserwähltesten Gebiet unserer Erde."
So oder ähnlich klingt es durch alle Schriften über unsere Südseebesitzungen, und auch in den Erzählungen von deutschen Reisenden, die ihre Erinnerungen nicht in Büchern niedergelegt haben, kehrt die gleiche Sehnsucht wieder. Es sind zwar nicht gar zu viele unserer Volksgenossen, die das Glück gehabt haben, mit eigenen Augen schauen zu dürfen, wonach ungezählte Tausende sich ihr Leben lang gesehnt. Aber wer kennt sie nicht, die begeisterten Schilderungen Chamissos, der uns schon vor mehr als hundert Jahren durch seine reizvollen Darstellungen mit den Schönheiten der Südseelandschaften bekannt cmacht, und so als einer der ersten die Kenntnis von den paradiesischen Gestaden der Südsee zu uns getragen hat. Die Zahl der Gelehrten und Reiseschriftsteller, die später unser Interesse wachgehalten haben, ist groß. Die Arbeiten von Finsch, Krämer, Thilenius, von Otto Ehlers, Schnee, Admiral von Werner, Franz Hernsheim, Hugo Zöller u. v. a. haben die Kenntnis von unserem Südseebesitz in immer weitere Volkskreise getragen, und so immer neue Brücken geschlagen zu all den deutschen Herzen, in denen das Verständnis für die unumgängliche Notwendigkeit e.iner überseeischen Entfaltung der deutschen Macht, der politischen, der wirtschaftlichen und der geistigen, zu lange tief geschlummert hatte. Der mahnende Weckruf unseres
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