Teil eines Werkes 
A (1895) Grundzüge der Pflanzenverbreitung in Deutsch-Ost-Afrika und den Nachbargebieten
Entstehung
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IIII. Die offene Grassteppe.

Sowohl diese, wie die folgenden Steppenfo'rmationen fehlen in dem unteren Buschland keineswegs. Den Charakter aller dieser Formationen habe ich jedoch in der Abtheilung IV im Zusammenhang mit den übrigen Steppenformationen besprochen.

Kchte offene Grassteppe findet sich schon in geringer Entfernung von Tanga, etwa eine Stunde landeinwärts, ferner auf dem rothen Thonboden des Digolandes, zwischen Ishogwe und Lewa, im nördlichen Usaramo. Hier und da geht sie auch in Buschgrassteppe und Baumgrassteppe über. Ueber die Zusammensetzung dieser offenen Grassteppe lässt sich vorläufig nichts ermitteln; es ist aber wahrscheinlich, dass sie aus Gräsern besteht, welche auch in den Grasbeständen der Buschlichtungen auftreten.

IIIm. Die Buschgrassteppe.

Dieselbe scheint im unteren Buschland weniger häufig vorzukommen als in den Plateaulandschaften des Inlandes; aber in wasserarmen Gebieten, nament­lich auf Plateaus und leicht gewelltem Terrain ist sie auch in dieser Zone entwickelt.

IHn. Die Baunigrassteppe.

Solche wird angetroffen im Digoland in BondeY, im Hinterland von Saa- dani und anderwärts, in Useguha, z. B. zwischen Mbunini und Kidudu, Udoe und Ukware, im Hinterland von Kilwa. Meist sind es einzelne Acacia, welche über das Gras in grossen Abständen emporragen; aber stellenweise treten auch Encephalartos, Hyphaene oder Borassus auf. Beispielsweise sei hier auf die östlich von Rabai im englischen Ostafrika auftretende Baumsteppe hin­gewiesen, von welcher der verdienstvolle Afrikareisende J. M. Hildebrandt (in Zeitschr. d. Gesellsch. f. Erdkunde, XIV. [1879] S. 264) folgendes berichtete:

»Nachdem die Pflanzungen von Schangamui durchwandert waren, kamen wir an Hügelland (Jura) mit kurzem Grase und Akazien bewachsen. Hin und wieder standen dazwischen auch einige Encephalartos Ifildebrandtii. Ihre glänzenden Stämme sind bis 5 m erhoben. Die weit ausladende, tiefgriine Krone stachelspitziger P'iederblätter schützt die grossen PTuchtstände, deren mehlige Samen in Hungersnoth verzehrt werden. Gelbblühende Erdorchideen stehen im Grase, kleine, grell-rothbliimige Parasiten (sicher Striga gemeint, Engl.) zehren von Sorghum und anderen Gramineen-Wurzeln. Den Gebüschschatten dagegen zieren zart lilafarbene Acanthaceen. Das hervorragendste Charakterbild aber der sonst eintönig gelbgrauen Landschaft bilden einzelne Borassus-Palmen. Wie aus grauem Stein gehauen, erheben sich bis 10 m und darüber hoch ihre Säuienstämme. Gegen die Spitze zu verdicken sie sich, eine Riesenkeule dar­stellend. So sehr auch Wind und Sturm in den klaftergrossen, derben Eächer- blättern rascheln mag, der Stamm wird nicht mitbewegt. Die faustdicken gelb­braunen, rothwangigen Früchte, welche in kurzen Trauben zwischen den kurzen Stielen sitzen, zieren ungemein.«

III o. Das Dornbusehdickicht.

Solches findet sich, aus Acacia (Seyal?) und dichten Buschgruppen be­stehend, in denen Kandelabereuphorbien und Sansevieria häufig sind, beispiels­weise in der Gegend von Dengoa im nordwestlichen Usaramo.

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