Teil eines Werkes 
A (1895) Grundzüge der Pflanzenverbreitung in Deutsch-Ost-Afrika und den Nachbargebieten
Entstehung
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Boerhavia plumbaginea, eine hoch zwischen dem Geäst der Gesträuche sich hindurchschlingende Nyctaginacee, Dichapetaluni mossambicense, die Kautschukliane Landolphia comorensis, die Asclepiadacee Tacazzea api- culata, die mit Haken kletternde Rubiacee Uruparia africana, die Cucur­bitaceen Melothria tridactyla, capillacea, hederacea, Momordica cis- soides, die windenden Compositen Mikania scandens und Microglossa volubilis. "Nicht selten bilden diese Schlingpflanzen, zwischen den Bäumen der Flussufer sich dicht verschlingend, wandartige Massen. Im Schatten der Ge­büsche findet sich Panicum pubivaginatum, während Panicum Trichopus mehr in Lichtungen vorkommt. Von Cyperaceen wächst in den Uferwäldern häufig Kyllingia leucocephala, von Commelinaceen Aneilema aequi- noctiale, von Zingiberaceen Kaempferia brachystemon (Mkolomusi) mit grossen, ansehnlichen Blüthen. Auch die prächtige Orchidee Lissochilus Krebsii trifft man in lichten Gebüschen nicht selten an.

III ho. Nebenformationen.

Ausser den genannten Formationen, in denen die meisten eigenthümlichen Arten des unteren Buschlandes Vorkommen, finden sich in gleichem Abstand vom Meere und neben ihnen auch andere Formationen, die wenig oder nichts Eigenthiimliches enthalten und auch in anderen Regionen angetroffen werden oder auch solche, die nur in einzelnen Theilen des unteren Buschlandes auf- treten. Auf diese sei nur ganz kurz hingewiesen.

III h. Die Flora der Tümpel und Sümpfe.

Vergleiche S. 19 unter Hg.

III i. Das Kulturland.

Sowohl die dichten Buschbestände, wie das Alluvialland des unteren Busch­landes sind für Kulturen aller der tropischen Pflanzen, welche nicht auf dauernde Luftfeuchtigkeit angewiesen sind, geeignet; es ist daher auch in dieser Region .die Zahl der Unkräuter, über welche man S. 21 unter IIh vergleichen wolle, eine recht grosse.

III k. Die Bambusbestände.

Während die bisher geschilderten Formationen gewissermaassen als die Hauptformationen des unteren Buschlandes anzusehen sind, sind noch einige Nebenformationen zu besprechen, die mehr lokal sind. Zu letzteren gehören die sehr eigenthümlichen Bambusbestände, welche in 10 m hohen Büschen am Abhang des Usaramo-Hügelplateaus gegen den Kingani, sowie auch auf den Vorhügeln im Süden von Tununguo Vorkommen, ferner im südlichen Usaramo, am Marüi, Rukinga, Mssanga, mit den Buschgehölzen abwechseln. Auch im Hinterland von Kilwa sollen Bambusdickichte von grosser Ausdehnung vor­handen sein. Diese Bambusdickichte sind wahrscheinlich meistens oder aus­schliesslich von Oxythenanthera macrothyrsus gebildet, deren Stämme

5 8 m hoch sind und quirlig gestellte Aeste besitzen. Da nur noch eine zweite Art dieser Gattung aus Abyssinien und dem Ghasalquellengebiet bekannt ist,

6 andere aber in Ostindien Vorkommen, so zeigt sich auch hier wieder recht deutlich die Verwandtschaft der ostafrikanischen und indischen Flora.