Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1909) Ostafrika und Kamerun / hrsg. von Hans Meyer
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Kamerun.

Die Bevölkerungsdichte Kameruns.

Gewöhnlich wird die Bevölkerung Kameruns auf 3^ Millionen geschätzt, mehr dem Gefühl nach als auf Grund bestimmter Abschätzungen und Zählungen. Seit zwei Jahren hat nun aber die Regierung mit Zählungen und Schätzungen begonnen, namentlich mit Rücksicht ans die geplante Kopf- oder Hüttensteuer. So enthalten die beiden letzten Jahres­berichte die Ergebnisse solcher Zählungen und Schätzungen. Allein wissenschaftlich sind diese recht wenig brauchbar. Denn es wird nichts darüber gesagt, wie die Zahlen gewonnen worden sind, wer gezählt hat, ob alle Dörfer berücksichtigt sind, oder ob nicht entlegene Ge­biete unberücksichtigt bleiben mußten. Gibt es doch selbst in der Nähe der Küste immer noch Landstriche, die nie eines Europäers Fuß betreten hat, z. B. den Norden und den Nordwesten vom Kamerunberge. Die amtlichen Zahlen dürften daher Minimalwerte bringen. Folgende Zahlen bringt der letzte amtliche Jahresbericht von 1907/08 (S. 53/54). Wo die Liste nur Männer anführt, wurde die Gesamtzahl auf das Vierfache angesetzt.

Bezirk Total Männer Frauen Kinder

Duala.............52420

Victoria ............. 9234 2373 2957 1904

Kribi.............. 34042 11462 14067 8513

Jaunde............ca. 230000 56982

Rio del Rey........... 30500 11 400 19100

Ossidinge............. 23540 5929 7839 9772

Johann-Albrechtshöhe........ 60000 28500 31500

Joko.............ca. 36000 9120

Buea.............. 10079 3414 3873 2692

Kampo............. 10083 4738 5345

Banjo (Stadt) . .......... 10000

Ebolowa.............. 180000

Dume............. 30000

Lomie............. 60000

Jabassi............. 180000

Dschang.............ca. 36000

Zusammen: 991898

Es fehlen die Distrikte Edea, Bamenda, Banjo außerhalb der Stadt, Garua und Kusseri. Der amtliche Bericht schätzt alles in allem die Bevölkerung auf 1,3 Million, also für die fehlenden Gebiete auf rund 350,000 Seelen. Daraus geht wohl schon allein klar hervor, daß die Zahl 1,3 Million viel zu tief gegriffen ist.

In dem Waldlande, auf das sich hauptsächlich die Zählungen und Schätzungen be­ziehen, wohnen 880,000 Menschen. Diese Zahl wäre also ungefähr identisch mit der Zahl der Bantuneger. Da aber große Teile des Waldlandes, z. B. zwischen Edea-Jabassi und dem Graslande, so gut wie unbekannt sind, und da obendrein der ganze Bezirk Edea in der ämtlichen Liste fehlt, so wird man schwerlich zu tief greifen, wenn man die Gesamtzahl auf 900,000 ansetzt. Nun umfaßt das Waldland rund 189,000 <^m. Demnach würde die mittlere Dichte rund 4,76 auf 1 c^Kin betragen.

Nach dem übereinstimmenden Urteil aller Reisenden ist aber das Grasland bedeutend dichter bevölkert als das Waldland. Die Bewohner des Kumbohochlandes (ca. 16,000 ci^m) allein schätzt Glauning auf 500,000 Seelen, Taylor auf über 1 Million. Wir wollen nur 200,000 Einwohner, also 12,5 auf 1 ^m, annehmen. Die Dichte im Graslande ist jm Osten schwächer