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Ostafrika.
Die Tierwelt Ubenas ist dieselbe wie die in Uhehe. Auch die Bewohner Ubenas unterscheiden sich wie die Wassangu nur wenig von den Wcchehe. (S. Taf. 8, Bild 5.) In ihrer Zwischenlage zwischen den Wassangu und den Wahehe wurden sie viele Jahre lang entweder von den einen oder den anderen oder auch von beiden bekriegt, bis die deutsche Schutztruppe dem ewigen Unfrieden dieser Länder ein Ende machte. Die Wabena sind kräftige, fleißige Leute, die Ackerbau und Viehzucht mit großem Eifer und Erfolg treiben und einen guten Arbeiterstand für europäische Kolonisation abgeben würden. Gebaut werden hauptsächlich Bataten, Erbsen und Mais; außerdem für die Pombebiergewinnung Bambus in besonderen bei den Temben gelegenen Bambusgärten ^159; 85^. Die Viehzucht blüht am meisten im südlichen Ubena, im Mbejerahochland, das bei mittleren Höhen von ca. 1800 m ausgedehnte Hochweiden mit gutem und reichlichem Futter bietet. Die Kolonisationsaussichten Ubenas sind dieselben wie die von Uhehe.
2. Uhehe.
Das Hochland Uhehe steigt von Ubena im Westen und Ussangu im Nordwesten her allmählich, von Norden her aber aus der Ruahaebene in zwei deutlich abgesetzten Stufen zu einen: weiten, hügeligen, mit einzelnen höheren Bergen besetzten Hochplateau an und erhebt sich im Osten zu einem hohen, gebirgigen und schluchtenreichen Plateaurand, dem Utschungwegebirge, das nach Süden und Osten zur Ulanganiederung in drei Stufen steil abstürzt ^152; 46. 159; 75^j. Das Gestein ist fast überall ein granitähnlicher grauer Gneis mit Nordsüdstreichung und steilem östlichen Schichteneinfall. Der Gneis steht aber nur in den Bergen unversehrt an, während er in dem weiten zentralen Hügelland meist zu einer tiefgründigen Roterde oder zu sandigen, rötlichen, violetten und gelblichen Decklehmen verwittert ist, über denen die abgewitterten runden Blockhügel zerstreut liegen. Oft sind die Verwitterungsschichten vom Regen tief zerschnitten und bilden dann mit dem festeren Gefüge des Untergrundes malerische vielfarbige Erosionsfiguren von Pfeilern, Höhlen, Zacken und Graten. Dagegen erstreckt sich westlich von Jringa eine Zone altvulkanischer Ergüsse, die ein grünliches, den Diabasen des Victoria- und Tanganjikasees ähnliches Gestein (Labradorporphyrit) gefördert haben ^41, 1903; 188, 189, 194. 221; 249^.
Weist schon dieses altvulkanische Gestein inmitten der Gneisformation auf eine tek- tonische Störung hin, so finden wir solcher Störungen noch mehrere in den Steilabfällen der Mahansi-, Luwinda-, Tschamjamba-, Najongati- und anderer Berge, wo die Verwerfungslinien überall in Südwest-Nordostrichtung, also wie der große Nuahagraben und wie der Südabsturz Uhehes zur Ulanganiederung, verlaufen. Ferner ist das Gneishochland östlich von Jringa von einer Reihe von Verwerfungen betroffen, die in hohen Steilabfällen der Mbiogeo-, Jengamono-, Mupera-, Mage- und anderer Berge zur Erscheinung kommen und sämtlich in vorwiegender Nordsüdrichtung verlaufen s41, 1903; 189, 194^.
Solchen Verwersungslinien folgen viele der großen und kleinen Flüsse und Bäche Uhehes, z. B. die Oberläufe des Ndembe und des Kleinen Ruaha, der Lukosse, Mbungu, mehrere Utschungweflüsse und andere. Die Wasserführung fast aller dieser Flüsse und Bäche ist groß. Der allgemeinen Abdachung des Hochlandes von Süden und Südosten nach Norden und Nordwesten folgend, fließen die meisten Gewässer Uhehes in den Ruaha, die Minderzahl südwärts in den Ulcmga.
Nach der verschiedenen Höhenlage und Oberflächengestalt gliedert sich Uhehe indrei