11. Das südliche Randgebirge.
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überschattet sind. Die Dörfer stehen nicht unter Häuptlingen, sondern werden von einem Ältestenkollegium regiert, wie bei den Wakuafi, Massai und anderen.
Dem zivilisatorischen Wirken der christlichen Missionen sind die Wadiao bisher fast gar nicht zugänglich gewesen, weshalb auch keine ständige Missionsstation dort errichte ist. In der Nachbarlandschaft Bondei, wo seit den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts die anglikanische Dniversit-iss' Missionar^ Kooisr^ ansässig und tätig ist, hat zwar auch die Befestigung des Christentums keine befriedigenden Fortschritte gemacht, aber dies liegt wahrscheinlich weniger an den Wabondei' als an dem englischen Missionssystem, das allzuviel Gewicht auf das Beten, allzuwenig auf das Arbeiten der Missionszöglinge legt. Immerhin ist der zivilisatorische Einfluß, der in Bondei von der Hauptstation Magila (s. Taf. 7, Bild 4) und mehreren Nebenstationen ausgeht, deutlich zu erkennen.
11. Aas füöNche HstcrfriKctnische Wanögebwge. ^. Nngoni. Matmnbi.
Das Ostafrikanische Randgebirge gliedert sich durch die beiden Flüsse Ruaha und Pangani in drei Berg- und Plateaugruppen, von denen die südliche die Landschaften Ungoni, Ubena und Uhehe mit der Niederung Ussangu, die mittlere, zwischen Ruaha und Panganifluß eingeschlossene, die Landschaften Ussagara und Ungnru, die nördliche die Landschaften Usambara und Pare umfaßt. Wir beginnen unsere Betrachtung mit der südlichsten, dem Wangoniland.
Die Hochplateaus östlich vom Njassarandgebirge (S. 357), also östlich vom Kinga- gebirge, Livingstonegebirge und Matengohochland, sind ihrem geologischen Bau und ihrer Gestalt nach nichts anderes als die südliche Fortsetzung des Uhehe-Ubenahochlandes. Während am Osthang Uhehes der Übergang des niederen Küstenhinterlandes in das hohe Zentralplateau äußerst schroff und mauergleich ist, steigt südlich davon das Terrain aus dem hügeligen und ebenen Küstenhinterland ohne markanten Stufenabsatz nach Ungoni und weiter zum Ostfuß des Njassarandgebirges und des Matengohochland es an und geht im äußersten Süden, von Mharulis Land und vom Rowuma aus, ganz unmerklich in das Njassagebiet über. Diese Übergangszone zwischen dem niederen Küstenhinterland und dem Njassarandgebirge ist das im Norden von den Wabena, in der Mitte und im Süden von den Wangoni und ihren Untertanen bewohnte Berg- und Hügelland, das sich von Uhehe- Ubena südwärts über den Ruhudje hinaus und, nach Süden immer niedriger werdend, bis an unsere Landesgrenze erstreckt. In seinem Norden umfaßt es die bergigen Landschaften Matumbi und Nord-Hanga — Mbejeras Land gehört noch zu Ubena —, im Süden das hügelige eigentliche Ungoni ^178; 174). Diese Landschaften lassen sich nach der Vormacht dieser Gebiete, den Wangoni, unter dem Namen Wangonihochland zusammenfassen. Wie sie ethnographisch und geschichtlich zusammengehören, so auch in orographischer, klimatischer und mehrfacher anderer Hinsicht.
Mit Ausnahme des Ruhuhueinbruches, der von rötlichen Sandsteinen und grauen Schiefertonen der Karrooformation erfüllt ist, steht sast im ganzen Wangonihochland Gneis an. Es ist der auch im Vorland überall die Unterlage der Sedimentschichten bildende