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Bd. 1 (1909) Ostafrika und Kamerun / hrsg. von Hans Meyer
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Ostafrila.

sich die Verhältnisse nur noch verschlimmert. Jetzt herrscht dort nach Saggamagangas Tod (1896) ein Abkömmling desselben, Filiguafa, mit seinem Wabena-Anhang. Aber auch Wangoni sitzen in Matumbi neben dem Gros der ursprünglich das Land bewohnenden, von den Wabena unterworfenen Wa(m)bunga ^159; 83^.

Charakteristisch für die Bewohner Matumbis ist die Form und Anlage ihrer Woh­nungen. Es sind nicht die runden Wangonihütten, auch nicht Temben wie in Uhehe, sondern lange, viereckige Häuser mit spitzem Satteldach aus Stroh. DieseScheunenhäuser" kehren wieder in den Ostdistrikten des Livingstonegebirges, in den Lupembe- und Utschungwe- bergen und in der Ulanganiederung, weil sie dort überall besser gegen die starken Nieder­schläge taugen als die den Winden angepaßten flachdachigen Temben der Hochebenen. Auch weiter nordöstlich bis nach Usaramo kommen ähnliche vor (S. 156). Die einzelnen Scheunenhäuser werden von mehreren Familien bewohnt, und überdies wird noch das Vieh darin untergebracht. Meist liegen die Häusergruppen sehr versteckt auf den Bergen. Im Nordosten Matumbis aber sind kleine, rechteckige Hütten mit Giebeldach und einer von Pfählen gestützten Veranda üblich ^178; 182^.

Das Hausgerät der Wamatumbi, ihre Tracht und Bewaffnung haben nichts Charakte­ristisches und unterscheiden sich wenig von jenen der Wahehe und Wangoni. Auch Körper­verunstaltungen kommen, wie bei den Wahehe, nicht vor. Aus Furcht vor Beraubung wird sehr wenig Rindvieh gehalten, Kleinvieh aber in ziemlicher Menge. Auf den Feldern, die an den Berghängen und in den schmalen, wasserreichen Tälern angelegt sind, sieht man hauptsächlich Maniok angepflanzt.

Das schöne Land könnte, nachdem friedliche Zustände eingekehrt sind, mit Leichtigkeit eine viel größere Bevölkerung ernähren und auf feinen wasserreichen fruchtbaren Böden auch dem europäischen Plantagenbau an vielen Stellen eine Stätte bieten, wenn erst eine bessere Verkehrsverbindung mit der Küste, als sie der nur streckenweise schiffbare Ulanga- Rufidji bilden kann, geschaffen sein wird.

IZ. Ubena. Uhehe. Ussangu.

Die nördlich an Ungoni-Matumbi sich anschließende Gruppe Ubena-Uhehe-- Ussangudes Ostafrikanischen Randgebirges ist geographisch scharf umgrenzt: im Norden durch das Durchbruchstal des Nuaha, im Nordwesten durch den breiten, von der Land­schaft Ussangu und teilweise auch von Uhehe eingenommenen Mpangali-Ruahagraben, im Südwesten durch den vom Ruahagraben abzweigenden Ubenagraben, den der Mbarali durchfließt, im Süden durch das Tal des Nuhudje und im Osten durch die große, hohe Steil­stufe, in der das ganze Hochland zur Ulanganiederung und zum Tiefland des Küsten­hinterlandes abstürzt. Über diese natürliche Grenze greifen die politischen Landschaften stellenweise ein Stück hinaus, aber für die geographische Betrachtung sind diese immer­hin geringen Abweichungen unwesentlich.

Von den drei Landschaften der Südgruppe ist Ussangu orographisch durch wenige Hügelzüge und weite, ebene Niederungen, Ubena durch vorwiegendes hochliegendes Hügel­land, Uhehe durch vorherrschende Gebirge und wellige Hochflächen charakterisiert. Im Landschaftsbild stehen die beiden ähnlich gearteten zusammenhängenden Landschaften Ubena und Uhehe als Hochland der Niederungslandschaft Ussangu gegenüber.

Außer von den genannten drei großen Verwerfungen des Ruahagrabens, des Ubena-