9. Das südliche Küstenhmterland. — Ulanga. Nuaha.
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des Luwegu im Westen des Küstenhinterlandes das bergige Gelände, zahllose Stromschnellen und Felseninseln bildend ^161; 252^. Nach der Aufnahme des Mbarangandu, dessen Unter lauf aus einer total versandeten schilfigen Niedemng herkommt und nur in der Regenzeit für Einbäume passierbar ist, breitet sich auch der Luwegu mit weiten flachen, sandigen Ufern und schilfigen Sandinseln aus. Dann aber durchschneidet er wieder das Sandsteinplateau in einem bis über 10 in tiefen und durchschnittlich 70 in breiten Bett, in welchem das Wasser freilich im August nur selten mehr als 0,35 in Tiefe hat und von zahllosen Sandbänken durchsetzt ist ^41, 1902; 221. 169; 25^. Endlich fällt er zwischen Felsblöcken über eine 2—3 m hohe Sandsteinbarre in den Ulanga kurz oberhalb der Schugulifälle. Von einem regelmäßigen Verkehr auf dem Luwegu kann wegen der Versandung und Wasserstandsschwankung nicht die Rede sein.
Von den westlicheren Ulangazuflüssen hat der in den Sesse- und Upogorobergen entspringende Lorembero zwar das ganze Jahr hindurch fließendes Wasser, aber er ist größtenteils ein seichter, sumpfiger Niederungsfluß, der sich nicht befahren läßt s169; 253^.
Besser werden die Wasserverhältnisse und die Schisfahrtsmöglichkeit in den noch westlicheren, vom Uhehe- und Wangonihochland herabkommenden Haupttributären des Ulanga, im Kihansi, Mpanga und Ruhudje, zumal im letzteren, der wegen seiner Größe und Fülle als der Oberlauf des Ulanga-Rufidji anzusehen ist. Die kleineren Flüsse Mnjera, Ruipa und andere sind nur mit kleinen Kähnen zu befahren, also für den Verkehr total unbrauchbar 1463; 279, 281^. In den Monaten April und Mai, wenn die Flüsse Hochwasser haben und in der Ebene aus ihren Ufern ausgetreten sind, wird man anstandslos mit kleinen Heckraddampfern bis nahe an den Gebirgsfuß gelangen können, doch dürfte diese nur vierteljährige Dauer der „Saison" kaum die Einrichtung eines Dampferverkehrs lohnen ^159; 89^>.
4. Der Nnhudje-Ulanga und der Ruaha.
Weiter nach Süden hingegen in die nördlichen Wangonigebiete vermögen wir auf dem Hauptarm des Ulanga, dem Ruhudje, vorzudringen. Dieser an den Osthängen des Livingstonegebirges entspringende Fluß kommt als schnellenreicher Bergstrom in die Niederung zwischen Matumbi und Lupembe herab und tritt nach Ausnahme des von rechts einmündenden Pita zwischen Hügelland in die weite Ulcmgaebene hinaus. Vou der untersten Schnelle bei Malawis Dorf im Matumbital, ca. 70 Km oberhalb von Urambo, ist der Ruhudje talwärts fast das ganze Jahr hindurch mit kleinen Booten schiffbar 1459; 84,35. 169; 260^. Vom Eintritt in die Ulangaebene wird er ein typischer träger Ebenenstrom, der mit unendlichen mäandrischen Windungen seine trüben Fluten zwischen niedrigen, aber steilen Böschungen durch das flache Alluvialland dahinträgt. Je mehr ihm auf seinem Weiterlauf Zuflüsse aus den Uhehebergen zugehen (Mnjera, Mangoo, Kihansi, Ruipa usw.), desto wasserreicher wird der nun Kilombero-Ulanga genannte Strom, desto öfters verzweigt er sich zu Inseln und Sandbänken verschiedenster Größe. Solche Beschassenheit behält er bei bis in die Gegend von Ngahomas Dorf unterhalb der alten Ulangastation, wo Felsenriffe das Strombett durchqueren. In dieser Gegend beginnt hochstämmiger Uferwald, der reichlich Brennholz sür Dampfer liefern würde, und zieht ununterbrochen bis weit unterhalb von Ngahomas Dorf am Fluß entlang. Wie westfälische Bauernhöfe liegen die Siedelungen im Wald zerstreut 1463; 274, 276^.
Bei einer Breite von 50—120 in und einer Tiese von 1—5 in zur Zeit niedrigen
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