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in Lebensweise und Geistesart den nach der Küste hin wohnenden Stämmen (Wanindi und anderen). Auch die Form ihrer Hütten ist teils die viereckige der Küstenstämme, teils die runde Kegelform der alteingesessenen Urbantu, und das Kisuaheli der Küste ist auch ihre fast allgemein gebrauchte Verkehrssprache ^177; 370, 371^.
Nach Aufgabe des vormaligen Militärpostens Barikiwa ist Liwale am Südrande Dondes die Bezirksstelle und Militärstation. Sie liegt ca. 500 m hoch am stets Wasser führenden Liwalefluß, gilt aber für ungesund. Liwale ist der einzige Ort Dondes, wo es reichlich Groß- und Kleinvieh gibt; das ganze übrige Dondeland ist äußerst vieharm, teils noch infolge der Wangonifurcht, teils aus Mangel an geeigneter Weide.
Wie von Kilwa nach Liwale-Donde die beste Verbindung wegen der relativ besten Waffer- und Berpflegungsverhältniffe die sogenannte Mawudjestraße ist, so ist aus denselben Gründen der beste Verbindungsweg zwischen Donde und Ungoni die sogenannte Ngerengerestraße von Liwale nach Songea ^125; 30. 41, 1902; 233^.
Deshalb kommt die Route Kilwa-Mawudje-Liwale-Songea auch am meisten für die Linienführung einer ostafrikanifchen Südbahn in Betracht, die das Küstenland mit Ungoni und von Ungoni (Songea) aus durch das Ruhuhutal mit den: Njasfa verbinden soll. Keine andere Route bietet dem Bahnbau so viele Vorteile im Terrain, in der Bewässerung, im Bau- und Feuerungsmaterial; keine andere erschließt bis Songea wirtschaftlich so viel brauchbares Land (Kiturikaberge mit Mawudjeniederung, Donde, Nieder-Ungoni), wo Baumwolle, Kautschuk und als Volkskulturen Erdnüsse, Sesam, Mais, Hirse usw. gebaut werden; keine andere hat so günstige Steigungsverhältnisse: Liwale 500 in, Mbarangandu 600 m, Songea 1170 iri, Wiedhafen am Njaffasee 478 iu ^125; 183^. Von den wirtschaftlichen Aussichten Ungonis und der Njassaländer sprechen wir an anderer Stelle (S. 178 und 373). Die Südbahn Kilwa-Liwale-Songea-Wiedhafen wird unter allen möglichen und bestehenden, die Küste mit dem Njaffa verbindenden Bahn- und Wasserlinien die sein, die am kürzesten ist, am billigsten und schnellsten gebaut werden kann, die geringsten Betriebskosten verursacht und mit einem Schlag den Verkehr mit dem Njassa und dem oberen Kongogebiet zugunsten Deutsch-Ostafrikas gegenüber allen anderen Linien (Sambesi-Schire, Katangabahn, Kongolinie ufw.) monopolisiert oder monopolisieren wird.
v. Das Rufidjigebiet.
Der gegenüber der Insel Mafia mündende Rufidji ist der größte Fluß Deutsch- Ostafrikas; sein Einzugsgebiet umfaßt ca. ein Viertel des ganzen Schutzgebietes. Im Süden liegen seine äußersten Zuflüsse (Luwegu) nahe den Rowumaquellen bei Songea in Süd-Ungoni, im Westen greifen die Oberläufe des Ruhudje einerseits und des Mpangali- Ruaha anderseits bis in die Kinga- und Kondeberge nördlich des Njassasees hinein, während im Norden seine Quellbäche bis in die Gegend von Kilimatinde hinaufreichen. Ganz Uhehe, Ubena, Ufsangu, Mahenge, ein großer Teil des Wangonihochlandes, von Ussagara, von Ujanfi und Ukimbu wird vom Rufidji entwässert. Die mächtigste Ader des Flußsystems ist der Kil 0 mber 0 - Ulanga mit seinen Nebenflüssen, die ihr Wasser zum größten Teil aus den den feuchten Südostwinden am meisten ausgesetzten Osthängen des Ostafrikanifchen Randgebirges empfangen, und deren Netz sich dann in den westlichen Niederungen des südlichen Küstenhinterlandes ausbreitet. Dagegen führt der von den weniger