9. Das südliche Küstenhinterland. — Mahenge.
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feuchten zentralen Hochländern herkommende, das Ostafrikanische Randgebirge durchbrechende Ruaha dem Rufidji etwas geringere Wassermassen zu.
Der vom Ulanganetz und dem unteren Rufidji durchzogene Teil des südlichen Küstenhinterlandes ist im Osten zwischen den Kitschi-Matumbibergen und dem Luwegu-Ulanga ein welliges, von jüngeren Deckschichten überzogenes Flachland, dem auch die Jnsel- berge fehlen, die weiter südlich den Ebenen etwas Abwechselung verleihen. Da diese im Regenschatten der Kitschi-Matumbiberge liegende Landschaft wenig Niederschläge empfängt, ist es ein trockenes, von Baumsteppe bewachsenes Gebiet, das nur westwärts zum Ulanga einige periodische Bachläufe aus den kleinen Plateauländchen Mete und Mbue'ra entsendet. Bis in diese kleinen Plateaulaudschaften haben die Wangoni ihre äußersten nördlichen Siedelungen von Südwesten her vorgeschoben, die Steppe östlich davon aber bis auf einige Wangindoreste entvölkert.
1. Mahenge.
Im Gegensatz zu dem flachen Deckschichtengebiet dieses trockenen östlichen Steppendistriktes ist die westlich angrenzende Landschaft Mahenge, in der sich das Ulanganetz verzweigt, mit dem südwestlich angrenzenden Ruhudje-Unterlauf vorwiegend Niederung, deren Grundgesteine teils den Sandsteinen der Makondeschichten, teils der Gneisformation angehören (s. geologische Karte), aber auf weiten Strecken von den Alluvionen der Flüsse zugedeckt sind. Nur wenige kleine Bergländer, z. B. Upogoro, Mbemba, Mbarika, Mberera, erheben sich über die im Mittel ca. 300 m hohe und 30—50 Km breite Ulanganiedernngs- ebene: aber nach Süden hin steigt im Verlauf der Nebenflüsse Luwegu und Mbarangandu das ganze Land langsam nach Ungoni hin an, und im Westen begrenzt die Ebene der bis 2000 m hohe schroffe Abfall des Uheheplateaus wie mit einer ungeheuern Mauer.
Das ganze Ulanga-Mahengetiefland gehört klimatisch zu den tropischsten Gebieten Deutsch-Ostafrikas ^219; 654^. Gewöhnlich brütet tagsüber eine schwüle, von keinem Lufthauch gemilderte Hitze über den Ebenen, und nachts wartet man vergeblich auf Abkühlung. Dann und wann jedoch hat die enorme Erhitzung heftige Wirbelstürme zur Folge, die, mit Staub beladen, über die Ebene hinfegen und starke Umlagernngen des Erdbodens bewirken, wie weiter westlich in der Rukwaebene oder in Ugogo. Bei ruhiger Atmosphäre erfüllen Unmengen von Moskitos die Luft und machen, wie die Geschichte der vormaligen Ulangastation bewiesen hat, gemeinsam mit der beständigen entnervenden, schlafraubenden Schwüle das Niederland zu einen: der gefährlichsten Malariagebiete Deutsch-Ostafrikas. Dazu kommen dann noch die Einflüsse außerordentlich großer Feuchtigkeit in den Regenmonaten.
Daß die Ulanganiederung mit Mahenge einer der regenreichsten Bezirke in ganz Deutsch-Ostafrika ist, ward schon oben erwähnt (S. 122.) Seine jährliche Regenmenge ist mit 1865 mm doppelt so groß wie die des benachbarten Donde (Liwale 920 mm). Die meisten Niederschläge fallen in den Monaten Januar, Februar, März mit 345, 309 und 375 mm, wogegen der regenärmste Monat Juli nur 11 mm hat. Diese großen in Mahenge fallenden Regenmengen, vermehrt um die in der Regenperiode außerordentlich gesteigerten Wassermassen der Gebirgsflüsse, überschwemmen in der ersten Jahreshälfte bis in den Mai das Niederland viele Meilen weit dermaßen, daß es einem riesigen See gleicht, aus dem nur die höchstgelegenen Punkte und Berggruppen, z. B.