9. Das südliche Küstenhinterland. — Matumbi-Kitschiberge.
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reichlich hervor. Der Matmnbitabak wird sogar wegen seiner Güte weit über die Landesgrenze hinaus verhandelt.
DieWamatumbi sind eine ausWangindo, Wandonde, Küstenleuten und andern Stammessplittern zusammengesetzte Mischrasse, die den Mafitistürmen immer möglichst in die unzugänglichen Bergvickichte ausgewichen ist. Aber ein charakterloser Menschenschlag, diebisch und dem Trunk ergeben waren sie immer, wie alle stark gemischten Rassen; und als die Masitisurcht verloschen war, schwoll ihnen der Kamm, so daß sie sich wiederholt gegen die deutsche Herrschaft auslehnten. Im Juli 1905 waren sie es, von denen der Ausstand im Süden Deutsch-Ostasrikas ausging. Zuerst äußerte sich ihre Erbitterung gegen die Inder des benachbarten Küstenortes Samanga, deren Stadtviertel sie niederbrannten. Aber die Bewegung grisf schnell weiter und richtete sich gegen das deutsche Gouvernement, und Matumbileute beunruhigten das Land westwärts bis nach Donde hinein. Erst 1908, nachdem ihnen blutige Lehren erteilt worden waren, sind sie ganz zur Ruhe gekommen
ID. K. Z. 1905; 357. 1906; 198. 132; 40-43^.
Für Plantagenbau in mäßigem Umfang dürfte Matumbi um so mehr in Frage kommen, als die große Küstennähe leichten und billigen Transport ermöglicht. Auch als Erholungsstation für die Bewohner Kilwas wird sich das kühle, von frischen Seewinden bestrichene Bergland eignen.
L. Das Rowumagebiet.
Da der Rowuma der südliche Grenzfluß Deutsch-Ostafrikas ist, gehört von seinem Stromgebiet nur der nördliche Teil zu unserer Kolonie, der südliche zu Portugiesisch-Ost- afrika. Nur im Deltagebiet greift der deutsche Anteil ein Stück über das Süduser hinüber. Das deutsche Rowumagebiet ist viel kleiner als das portugiesische, weil im Norden die Wasserscheide dem Strom viel näher liegt als im Süden. Die Maximalbreite des deutschen Stromgebietes beläuft sich auf ca. 150 Km, die des portugiesischen aus etwa 350 Km. Dementsprechend sind auch die Wassermassen, die dem Rowuma aus der portugiesischen Kolonie zugeführt werden, bedeutend größer als die aus dem deutschen Gebiet kommenden; ja sein mächtigster Zufluß, der unter ca. 38^° östl. L. von Süden her einmündende Ludjende (Ludschende), übertrifft ihn an Waffermasse so beträchtlich, daß schon Livingstone den Lu- djende mit Recht als den eigentlichen Quellsluß des Rowuma erkannt und bezeichnet hat ^136; 4i. 155; 218. 145; 19^. Nicht nur die 600—800 m messende Strombreite des unteren Ludjende, die vom Rowuma oberhalb des Zusammenflusses nirgends erreicht wird, spricht für die Bedeutung des Ludjende als Hauptstrom, sondern auch der Umstand, daß vom Zusammenfluß an der gemeinsame weitere Stromlauf die Richtung des Ludjende beibehält, nicht die des unter rechtem Winkel einfließenden Rowuma annimmt.
Das somit nach seinem kleineren Zweig Rowuma benannte Flußsystem durchzieht als südlicher Grenzsaum Deutsch-Ostafrikas das Küstenhinterland, wo es am breitesten ist. Der Rowuma mit seinem nördlichen deutschen Einzugsgebiet ist daher zum allergrößten Teil Niederungssluß in weiten Steppenebenen und nur etwa am obersten und am untersten Fünftel von Hochländern eingerahmt.
Annähernd fällt mit dieser Teilung auch die der Beschaffenheit des Strombettes folgende Gliederung in den Ober-, Mittel- und Unterlauf zusammen. So weit, wie der Fluß das Ungonihochland durcheilt, also von der Quelle in den Matogorobergen (1850 m)