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Ostafrika.
Wangoni-Einfälle aufgehört, und auch die „Wangoniaffen" sind wieder zu friedlichen Ackerbauern geworden. Ihrer Peiniger ledig, sind die Wandonde, Wangindo, Wamakua, Wajao usw. mit erneutem Lebensmut an die Bodenbestellung und Viehzucht gegangen; die Siedelungen dehnten sich wieder aus, der Viehstand wuchs, der Anbau und Export von Sesam und Erdnüssen nahm erheblich zu. Da kam der durch den unsinnigen Kautschukhandel verursachte Aufstand des Jahres 1905. Er wurde zwar im Küstenhinterland schnell niedergeschlagen, während er in Ungoni noch bis 1907 fortdauerte, aber er warf doch auch im südlichen Küstenhinterland die Entwickelung wieder um Jahre zurück. Erst seit 1908 geht es wieder vorwärts.
Nach Oberslächenbeschaffenheit, nach Klima, Bodenbewachsung und Bevölkerung gliedert sich das südliche Küstenhinterland in vier größere Landschaften verschiedenen Charakters: ^. die Reihe kleiner Plateauländer (Makonde, Muera, Kiturika, Matumbi usw.) zunächst der Küstenzone; L. das Rowumagebiet im Süden; 0. die Steppenebenen (Donde, Wangindoland) in der Mitte und v. das Rufidjigebiet im Norden.
^. Die kleinen Randplateaus.
Am ganzen Ostrand des südlichen Küstenhinterlandes entlang von der Landschaft Mawia -südlich des Rowuma bis nach Usaramo nördlich des Rufidji zieht sich eine Reihe von kleinen Hochplateaus und Bergrücken hin, die den Rest einer einst wohl das ganze Südland bedeckenden Sedimentformation darstellen und einen sehr charakteristischen Zug im Antlitz des Südlandes bilden. In einer Entfernung von 10 bis 25 Km von der Küste hebt sich das wellige oder hügelige Küstenland allmählich zu Höhen bis über 800 in an, die vorwiegend Plateaugestalt haben oder, wie ihr Bau zeigt, einstmals hatten und weiter landeinwärts im Westen oft recht steil zu der tieferen, großen Steppenebene des Inlandes abstürzen W; 444^. Einst eine zusammenhängende sedimentäre Plateaumasse, ist diese große Randschwelle durch die breiten Erosionstäler der aus dem Küstenhinterland kommenden Flüsse in gesonderte Erhebungen zerschnitten worden.
Im Süden ist diese Reihe sedimentärer Erhebungen am höchsten, breitesten und am ausgeprägtesten plateauförmig; es sind die Plateaus von Mawia, Makonde und Muera, von denen Mawia über 800 irr hoch und 100 Km breit, Makonde über 700 m hoch und ca. 100 Km breit, Muera über 800 m hoch und etwa 80 Km breit ist. Nach Norden bis an den Matandu wird die Randschwelle immer schmäler und niedriger und immer mehr durch erosive Taleinschnitte in einzelne Bergrücken aufgelöst: Noto-, Likonde-, Maleberge usw. Kiturika, die nördlichste der Erhebungen am Matandu, hat nur noch ca. 300 m Seehöhe und verflacht sich allmählich in die weite Talsenke des Matanduflusses. Aber nördlich des Matandu steigen die wieder breiter werdenden, in scharfe, oft gratförmige Rücken zerschnittenen Matumbiberge wieder bis zu 700 m Höhe an, während die angrenzenden, dem Rufidji nächsten Kitfchiberge, die auffallend sanft gerundete Formen haben, sich wieder zu nur 500 m Maximalhöhe erniedrigen W; 444, 450^.
Der geologische Bau der ganzen genannten Plateau- und Gebirgsreihe ist zwischen dem Rowuma und Matandu ziemlich gleichförmig, aber nicht einfach. Ihrer Hauptmasse nach bestehen sie aus rotgefärbten Sandsteinen und sandigen Schiefertonen, den Makonde- fchichten Bornhardts, die der oberen Kreide zugerechnet werden und den meist rötlichen