Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1909) Ostafrika und Kamerun / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
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Ostafrika.

Almandingranaten oder vaxs rudies auf dem Markt eingeführt haben. Fundstellen von Graphit sind zwischen dem Mue'raplateau und Mbemkurufluß durch dieLindi-Schürf- gesellschaft" in Angriff genommen worden.

2. Die Matumbi-Kitschiberge.

Im Gegensatz zu den südlichen, plateauförmigen Erhebungen der Küstenrandkette sind die nördlichen Glieder dieser Randschwelle, dieMatumbi-Kitschiberge, durch Erosion und Denudation in zahlreiche einzelne Rücken und Kuppen ausgelöst. Mit den Kitschi-- bergen bilden aber die Matumbiberge dennoch ein Ganzes, da die beiden Gruppen durch eine hügelreiche Senke miteinander verbunden sind. Im Osten senkt es sich zu einer Hügel­zone hinunter, die in das flache Küstenland übergeht, aber nach Westen fällt es steiler und unvermittelt zu der Steppenebene des Innern ab, die erheblich höher liegt als das östliche Vorland. Wegen dieser in die Augen fallenden Einheit der beiden Berglandschaften hat man sie auch mit dem gemeinsamen Namen Samangaplateau (nach dem Küstenplatz Samanga) benannt. Die Landschaft Matumbi erreicht Höhen von 600 bis 700 m, die Land­schaft Kitschi ist mehr als 100 ro niedriger. Von der Küste ist das Bergland 1015 Km ent­fernt, also in einer für die Nutzung günstigen Nähe.

Matumbi wird aus zwei nordsüdlich verlaufenden, etwa 25 Km langen Rücken, dem Njandete im Osten und dem ca. 5 Kni westlicheren Mbinga (580 m), zusammengesetzt, deren Abfälle stark zerfurcht sind. Viele kleinere Rücken und Hügelreihen sind den Haupterhebungen angelagert. Die Kitschiberge dagegen sind viel weniger zerfurcht und viel flacher als die Matumbiberge; aber auch sie sind in eine große Zahl von Kuppen und Rücken gegliedert, deren höchste Erhebung der Misseluberg ist. Die Ursache dieser Unterschiede in den Bergformen liegt in der Verschiedenheit des geologischen Baues W; 371^, der in den Matumbibergen wenig durchlässige Gesteinsschichten (vorwiegend kalkige Sandsteine oberjurassischen Alters), die oberflächlich vom Wasser stark angenagt werden, den durchlässigen, einen jurassischen Kern umhüllenden Deckschichten der Landschaft Kitschi gegenüberstellt, in denen das meiste Wasser versickert, ohne zu erodieren.

Da der Feuchtigkeit bringende Südostpassat zuerst auf Matumbi trifft, ist das da­hinter liegende Kitschi klimatisch sehr im Nachteil. Allerwärts ist dort der lockere rot­braune Boden arm an Wasser, und demzufolge ist das Land fast ganz von dichtem, bis 6 m hohem Busch bewachsen, der sich über Berge und Täler verbreitet. Ist Kitschi schon wegen der Ärmlichkeit des Bodens von jeher nur schwach besiedelt gewesen, so haben die bis hierher dringenden Raubzüge der Wangoni (Mafiti) undWangoniasfen" die eingesessenen Wamatumbi noch mehr zusammenschwinden lassen. Immerhin ist kein Teil des Berglandes ganz unbewohnt.

Weit besser liegen die Dinge in der östlichen Hälfte der Berglandschaft Matumb i* Diese den feuchten Südostwinden zugekehrte Lage empfängt die meisten Regen, so daß auch in der Trockenzeit die Vegetation der Ostseite in frischem Grün prangt. Die Bäche und Flüßchen der Ostseite führen das ganze Jahr hindurch Wasser W; 378. 156; 494^. Über zahlreiche Rücken sieht man die Hütten der Eingebornen, teils in Gruppen, teils einzeln zerstreut, und an den stark zerschnittenen Tallehnen die Felder inhängiger" Lage an­gebracht. Sie bringen Maniok, Mais, Bataten, Bohnen, Melonen und andere Feldsrüchte

* Nicht zu verwechseln mit dein Matnmvihochland im Nordeil von Ungoni (S. 179).