Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1909) Ostafrika und Kamerun / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
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9. Das südliche Küstenhinterland. Makondeplateau.

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Newalasandstein zum Leitgestein haben 252, 444^. Diese Schichten liegen ent­weder unmittelbar auf dem Gneisuntergrund auf, wie auf der Westseite des Makonde- und des Mue'raplateaus, oder sie greifen diskordant über Tone, Mergel und Kalke des Jura und der unteren Kreide über. Während die unteren Kreideschichten marine Bildungen sind, haben die oberen, die Makondeschichten, in denen sich Reste riesenhafter Landdino­saurier finden (S. 28), ausgesprochen terrestrischen Charakter ^49; n^.

Diese im Süden so verbreiteten oberkretazei'schen Makondeschichten finden sich aber nördlich des Matandu in den Berglandschaften Matumbi und Kitfchi nicht mehr. Dort gehören die Matumbiberge in ihrer Hauptmasse dem oberen Jura an (Kalke, Sandsteine, Schiefertone) und die Kitschiberge teils ebenfalls dem oberen Jura, vor allem aber den lehmig-sandigen Mikindanischichten 450^. Diese Mikindanischichten, die sich über alle erwähnten Bildungen in ungleichförmiger Auflagerung weit verbreitet finden, gehören zu den Deckschichten jüngeren Alters und sind verschiedener Natur. Als lehmige Ver­witterungskrusten sind sie sehr mächtig auf den Plateaus; als Rückstände denudierter älterer, von den Bergen herabgeschwemmter Schichten liegen sie in den Tälern und Niederungen und bilden verschiedenartige Decken aus Sand, Lehmen, Kies, Geröllen nsw. Keinesfalls sind sie die Überreste einer großen, jüngeren Meerestransgression ft9; ne^.

Wir betrachten von jedem Typus der Landschaften, von den Plateaus und von den stark erodierten Berggruppen, ein charakteristisches Beispiel: das Makondeplateau im Süden und die Matumbi-Kitschiberge im Norden.

1. Das Makondeplateau.

Das westlich von Mikindani sich erhebende Makondeplateau erscheint von Süden, Westen und Norden gesehen als eine ungeheure Festung: überall steile, hohe Abstürze roter Felsmassen und oben ein scharfkantiger Rand und eine lange glacisartige Oberfläche. Nur nach Osten, nach der Küste von Mikindani hin, senkt sich das Plateau ganz allmählich ab. Am steilsten ist der untere Gneissockel, der im Süden bis zu 360 m Höhe, im Süd­westen bis zu 450 m, im Nordwesten bis zu 310 in Höhe hinaufreicht, worauf mit dem Beginn der Makondeschichten der weniger schroffe Aufstieg beginnt. Die lockeren Deck­schichten am Fuß des Plateaus sind durch die abfließenden Gewässer großartig zerschluchtet

254. 182; 73^. Durch die flache Einsenkung des Liteo-Kitangari ist das Hochland in das größere südliche, eigentliche Makondeplateau und das kleinere nördliche Mpatilaplateau gegliedert, so daß man auch von einem Makonde-Mpatilaplateau spricht.

Beim Aufstieg aus der Steppenebene zum Hochland begleitet uns anfangs ein hüb­scher lichter Miombomischwald mit Ebenholzbäumen und ktsrooarvus Lussei, der weiter oft in einen mit Bambus durchsetzten dichten Buschwald übergeht, aber nach den Plateau­rändern hin einem hochgewachsenen, von Lianen durchrankten Laubwald Platz macht ^167, Sep.; 25-26^. Oben auf der Plateauhöhe treten wir in den charakteristischen Makondebusch" ein, eine ungegliederte, grüne, flache Masse, soweit das Auge reicht, und im Wechsel mit dem niedrigen Dickicht hin und wieder eine Parzelle aufragenden Hoch­waldes oder ausgedehnter Sorghumfelder. Je nachdem dieser Makondebusch eine primäre Vegetationsformation ist oder eine sekundäre, durch die Feldrodungen der Eingebogen entstandene, hat er eine verschiedene Zusammensetzung. Derprimäre Busch ist eine Schöpfung des trockenen Klimas und des lockeren, schlechten Bodens der Deckschichten, die