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Dr. Stuhlmann und auch am Fusse des Kilimandscharo von Dr. Volke ns entdeckt, der erste Vertreter dieser Gattung in Ostafrika; Mucuna pruriens, eine durch ihre die Blüthen bedeckenden, Jucken erregenden Haare sehr bekannte Phaseolee; die Sapindacee Paullinia pinnata, der einzige in Afrika weit verbreitete Vertreter einer in Amerika sehr formenreichen Gattung; die Rhamnacee Helinus Mystacinus; Cissus rotundifolia, eine sehr auffallende ostafrikanische Art, mit rundlichen, fast fleischigen Blättern, C. Hochstetten mit sehr grossen herzförmigen Blättern, und andere Arten; die Passifloracee Ophiocaulon gummiferum, hoch in die Bäume kletternd, mit runden Blättern und lockeren Bliithenständen, wie die meisten der hier angeführten Arten im tropischen Afrika weit verbreitet; Oncoba spinosa, eine kletternde Flacourtiacee, mit sehr ansehnlichen, bis 6 cm im Durchmesser haltenden weissen Blüthen; Landolphia comorensis var. florida, eine der Kautschuklianen Ostafrikas; die Cucurbitacee Rhaphanistrocarpus Boivinii, mit schön orangefarbenen Blüthen und herzförmigen, gezähnten Blättern; Mikania scandens, eine in den Tropen weit verbreitete Composite mit pfeilförmigen Blättern.
Endlich lieben es unter anderen auch folgende Stauden, sich in den Ufergehölzen anzusiedeln: Lissochilus Krebsii, eine der grössten und schönsten Arten dieser in Afrika so formenreichen Orchideen-Gattung; Abutilon grave olens, eine grosse Malvacee mit Blättern von 1,5 dm Länge und 1 dm Breite, also eine in ihrer Entwickelung an Typen des Regenwaldes erinnernde Pflanze; Raphidospora glabra und Peristrophe bicalyculata, über 1 m hohe Acanthaceen mit abstehenden Aesten und locker rispigen Bliithenständen. Neben diesen an die P'ormen der Gebirgsbuschgehölze und der Regenwälder erinnernden Arten treten aber auch hin und wieder Kandelabereuphorbien und baumförmige Aloe-Arten auf. Von ähnlichem Charakter ist auch die Flora an den hohen Ufern des Dschallasees.
IV q ß. Die Borassushaine.
Nur hier und da treten in den Inlandssteppen Ostafrikas, vorzugsweise in der Nähe von Wasserläufen, Gesellschaften von Borassus flabellifer var. aethi- opum auf, während sie in der Küstenzone bei Tanga, Pangani, Saadani, Baga- moyo, in Useguha, Ukami, Usagara, Khutu häufiger beobachtet wurden*). Stuhlmann sah solche in Ugogo, ferner in Unyamwesi, westlich vom Irambo- plateau, Baumann am Kwonafluss beim Manyarasee, in Ikoma (Elmarau) im Osten des Victoria-Nyansa, ganze Wälder an den Bachrinnen von Meatu, ferner in Muhambwe im Norden des Gombeflusses, Boehm häufig in den weiten, zum UgallaflusSe sich hinziehenden Ebenen gemeinschaftlich mit Phoenix und niederen Hyphaene, Junker zwischen Tabora und dem Victoria-Nyansa, Stuhlmann in der Landschaft Mayu am Südrande des Victoria-Nyansa, westlich an der Simiyu-Bucht, Thomson und Reichard fanden sie vereinzelt bei Kirundu am Tanganyika-See und Stuhlmann am Nordwestufer des Albert Edward-Sees und am Issango. Häufiger ist sie in Centralafrika, im Hinterland von Kamerun und in Senegambien. Durch ihre 15 — 25 m hohen, unterhalb der Krone etwas bauchig angeschwollenen Stämme und ihre mächtigen Fächerblätter gewährt diese Palme, namentlich in grossem Beständen, einen imposanten Anblick.
IV r. Der dichte Alluvialwald der Ebenen des Inlandplateaus.
An den Ufern der Flüsse, welche die Plateaulandschaften des inneren Ostafrika durchziehen, entwickelt sich üppiger, tropischer Waldwuchs, wenn auf grösseren Flächen dauernd der Einfluss des Grundwassers sich geltend machen
*) Vergl. Warburg in Theil 13., S. 22 ,