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IV q. Das Steppenufergehölz (Galleriewald).
IV q«. Steppenufergehölze mit dikotylen Bäumen.
Wie schon aus grösseren Entfernungen die Steppenflüsse, Steppenbäche und auch die nur während der Regenzeit gefüllten Bachbetten sich durch ihren gehölzreichen und oft dunkelgrünen Pflanzenwuchs kenntlich machen, so erweist sich auch deren Flora bei näherer Untersuchung als recht verschieden von der der Steppen, auch selbst der Steppengehölze. Die immergrünen Formen, welche in den Steppengehölzen fast oder ganz zurücktreten, sind hier wieder reichlich vorhanden; Sträucher und Bäume gelangen mitunter zu kräftigster Entwicklung und ein grosser Reichthum hoch kletternder Lianen und Schlingpflanzen würde den Eindruck des Tropenwaldes vervollständigen, wenn eben nicht wenige Schritte vom Flusse entfernt die Steppe durch die Bäume hindurchleuchtete oder, sobald man an den steilen Ufern eines tief eingeschnittenen Steppenflusses hinaufgeklommen ist, die Steppe in mächtigster Ausdehnung vor sich sähe. Die Baum- und Strauchformen an den Steppenflüssen sind hauptsächlich folgende: Trema guineensis, ein Baum bis zu 20 m Höhe, in der Konsistenz und Behaarung der Blätter je nach der Höhe des Vorkommens und der Bodenbeschaffenheit verschieden, im Gebirgsbusch, woselbst er auch vorkommt, durch unterseits dichte, graue Behaarung und dickere Epidermis ausgezeichnet (var. Hochstetten); Chaetacme aristata, eine bis 8 m hohe Ulmacee mit dick lederigen, eiförmigen Blättern und axillären Dornen (am Fuss des Kilimandscharo); zahlreiche Ficus-Arten, Bäume von 25—30 m Höhe, wie wir sie bereits im Küstenland kennen gelernt haben, mit grossen dunkelgrünen, lederartigen Blättern von 1—2 dm Länge und 5 —10 cm Breite; Cassia goratensis, ein Strauch oder Baum mit behaarten, meist 7- bis 9paarigen Blättern, mit länglich-elliptischen Blättchen und ziemlich grossen gelben Blüthen in kurzen Trauben; Tapura Fischeri, ein sehr interessanter Strauch aus der Familie der Dichapetalaceen, mit eiförmigen Blättern, bis jetzt nur in Kagehi und am Kilimandscharo gefunden; Croton macrostachys, ein bis 20 m hoher Baum mit herzförmigen Blättern; Ricinus communis, oft in dichten Massen als kräftiger Baum, aber mit viel kleineren Blättern, als sie unsere einjährigen Gartenexemplare zeigen; Sorindeia obtusifoliolata, ein Baum von 6—20 m Höhe mit gefiederten Blättern (in Ufiambara); Allophylus africanus; Grewia coerulea, ein Baum mit beiderseits grünen Blättern und bläulichen Blüthen (bis jetzt nur am Kilimandscharo); Platy- mitium loranthifolium, ein 8 m hoher Baum aus der Familie der Flacourtiaceen, mit lederartigen, eiförmigen Blättern (Usambara, Kilimandscharo); O c h n a S c h w e i n - furthiana (in Ugunda); Syzygium owariense, als Uferbaum der Steppenflüsse ganz besonders charakteristisch, mit schmal oder breit lanzettlich- elliptischen, glänzenden, lederartigen Blättern, reichbltithigen Rispen und bläulichen Beerenfrüchten; Mimusops usambarensis, ein bis 25 m hoher Baum, mit verkehrt-eiförmigen, lederartigen Blättern und weisslichen Blüthen; Cordia-Arten, kleine Bäume mit ansehnlichen Blüthenstänclen; Hoslundia verticillata; Gardenia Thunbergia. Nur im Kilimandscharogebiet wurde beobachtet der von Dr. Volkens aufgefundene 3 m hohe Acanthaceenstrauch Dyschoriste kilimandscharica. Sehr verbreitet ist dagegen die bis 3 m hohe strauchige Composite Pluchea Dioscoridis. Von den Schlinggewächsen sind ebenfalls einige dauerblättrig; mehrere erreichen eine ganz beträchtliche Entwicklung. Bis jetzt sind folgende Schlinggewächse an den Ufern der Steppenflüsse konstatirt: die überall verbreitete Smilax Kraussiana, von Nyctaginaceen Boerhavia plumbaginea und Pisonia aculeata, welche von Dr. Volkens am P’usse des Kilimandscharo entdeckt wurde, die mit hakigen Zweigen der Inflorescenz kletternde Anonacee Artabotrys nitida, in Unyamwcsi von