Teil eines Werkes 
A (1895) Grundzüge der Pflanzenverbreitung in Deutsch-Ost-Afrika und den Nachbargebieten
Entstehung
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chilus arenarius und Habenaria huillensis, die Capparidaceen Polanisia hirta und Pedicellaria peptaphylla, die Leguminosen Eriosema poly- stachyum, Indigofera drepanocarpa, Tephrosia bracteolata, das auf­rechte, halbstrauchige Physostigma mesoponticum, die Acanthaceen Astra- cantha longifolia, Boehmii und Barleria calophylloides, die Compositen Emilia sagittata, Lactuca capensis, Vernonia stenolepis nnd Guten- bergia leiocarpa etc.

Auch östlich vom grossen ostafrikanischen Graben kommen Steppen wieder vor, so namentlich in Usagara, wo ein von Stuhlmann ebenfalls als Myombo bezeichneter Baum und Pterocarpus erinaceus die Berge bedecken.

Verwerthung der Steppenwälder.

Das ganze Myombowaldgebiet ist als Kulturland verwendbar, grosse Ort­schaften liegen in den Lichtungen dieses Waldes mit Feldern von Sorghum, Penicillaria, Eleusine, Arachis, Bataten, Manihot und Bohnen. Ander­seits dürften, wenn erst einmal Eisenbahnen in diese Länder hineingehen, die schönen Leguminosenhölzer der Steppenwälder Verwendung finden.

IV 1. Die fruchtbare Grassteppe im Süden des Victoria Nyansa.

Am Ufer des Victoria Nyansa, in Ugaya und Ukira, im Süden des Seees, westlich vom Smyth-Sund, und in Ussukuma, auch in Ihangiro, an dem zu den Plateaulandschaften aufsteigenden Gelände, welches durchschnittlich zwischen 1190 und 1300 m sich erhebt, herrscht zwar noch im Allgemeinen Steppen­charakter; aber nach der Regenzeit ist das Grasland überall sehr üppig und später in Folge des starken Thaues länger grün, als in den gewöhnlichen Grassteppen, daher auch für Kulturen aller Art geeignet. Ob hier noch irgend welche andere Gräser auftreten, als wir bisher aus den Steppengebieten kennen gelernt haben, lässt sich jetzt nicht sagen. Es ist eben bis jetzt in diesem Gebiet noch gar nicht mit Rücksicht auf die Formationen gesammelt worden. Wohl aber befinden sich unter den von Fischer in Kagehi und von Stuhl mann in Bukome (Usindscha) bei Kagehi und in Mwansa gesammelten krautartigen Pflanzen mehrere südwärts nicht vorkonnnende Arten, welche theilweise dem Graslande angehören, theilweise aber den Buschgehölzen, welche hier vielfach, namentlich um die massenhaft auftretenden zerklüfteten Granitkuppen angetroffen werden: Oxygonum Stuhlmannii, Clematis Stuhlmannii, Indigofera

drepanocarpa und I. asparagoides, Crotalaria Stuhlmannii und Cr. Schweinfurthii, Ivuphorbia gossypina und E. platyceph ala, die grossen Umbelliferen Lefeburia brachystyla und L. Stuhlmannii, Ipomoea micro- cephala und I. Eminii, Pye nostachys affinis, Ocinnim scoparium und O. Stuhlmannii, Harveya versicolor, F'aroa gomphrenoides, Blepharis Stuhlmannii, Borreria hebecarpa, Polycline Stuhlmannii, Coreopsis Grantii. Sodann findet sich hier auch im Grasland Scsamum angustifolium und das durch sehr grosse Blüthen ausgezeichnete S.macranthum.

Verwerthung der fruchtbaren Grassteppen.

Wie schon oben gesagt, sind dieselben für alle Kulturen von Nährpflanzen der Eingeborenen geeignet.

IV 111. Die Buschgehölze am Südufer des Victoria Nyansa.

Verfolgen wir Dr. Stuhlmanns Reisebericht über seinen Marsch im S.W. und S. des Victoria Nyansa, nach dem Ueberschreiten des von zahlreichen