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Tabora bis zum Gombefluss, im Süden des Victoria - Nyansa südlich vom Speke-Golf von Usambiro bis Bukense, im Südwesten des Sees im Kimoani- land, endlich vom Ufer des Albert-Edward-Sees bis zu den Vorbergen des Runsoro.
IV i ß. Die Dumpalmensteppe.
In der Küstenregion von Witu bis zum Sambesi, desgleichen in Niederungen des Inlandplateaus, nach Volkens meist in der Nähe von Flüssen und Seeen, finden sich bisweilen dichte Bestände von Dumpalmen, die durch ihre fächerförmige Blätter tragenden Stämme zwischen den übrigen Pflanzengemeinschaften der Steppe sich so eigenartig ausnehmen und ganz besonders auffallen, wenn die Stämme verzweigt sind. Das letztere scheint bei den in den Steppen des Küstenlandes wachsenden Hyphaenen häufiger, bei denen des Inlandes seltener der Fall zu sein. Da die Reisenden von den Palmen selten geeignetes Untersuchungsmaterial sammeln, so sind wir über die Artenbegrenzung bei den Hyphaenen noch sehr im Unklaren; vorläufig ist man geneigt, die verzweigten Dumpalmen als Hyphaene coriacea, die unverzweigten als II. crinita anzusehen.
Dr. Volkens hat am Fuss des Kilimandscharo in dem Bereich der Dumpalmenbestände auch den Dornstrauch Capparis corymbosa und die durch gedreite Blätter ausgezeichnete Capparidacee Tylachium africanum, ferner Salvadora persica, Sida rhombifolia und S. ovata, Celosia anthel- mintica, Neuracanthus scaber, Justicia debilis, palustris und longi- calcarata beobachtet. Es wird darauf zu achten sein, ob diese Pflanzen häufiger mit den Dumpalmen vergesellschaftet auftreten. Auch das in den Niederungen der Steppen häufig auftretende Gras Chloris myriostachya gehört wahrscheinlich zu dieser Gemeinschaft. Ausser im Küstenland und Buschvorland finden sich grössere Dumpalmenbestände am Djipe-See, in Kahe und Taweta (verzweigte), am Bububach bei Mbahi, in Ukami, westlich vom Kyegea- bach (Stuhlmann) und in der Kissaki-Fbene, in Ugogo, in Uhehe, in Fipa am Tanganyika, in Khutu südlich von Rubehobeho.
2. Die halbxerophilen Formationen des Inlandes.
IVk. Der Steppenwald.
Fine eigenartige, ganz besonders in Unyamwesi häufig auftretende Formation ist der auch »Pori« und »Puri«*) genannte Steppenwald, welcher nicht an Flussläufen gebunden, oft sehr ausgedehnte Strecken bedeckt. 7—12 m hohe geradstämmige Bäume mit 3—4 dm dicken Stämmen bilden den Hauptbestand; vorherrschend, bisweilen alleinherrschend sind Leguminosen mit einfach gefiederten Blättern, die als Myomb.o bezeichnet werden, so in Unyamwesi Berlinia Fminii; aber auch Älmcia-, Sterculia-, Terminalia- und Kigelia- Arten kommen vor. Unterholz ist wenig vorhanden, die Sträucher und kleinen Bäumchen von Anona, Combretum und anderen sind so zerstreut, dass der Marsch durch solche Myombowälder in keiner Weise behindert wird. Succulente Pflanzen sind selten, nur hier und da tritt eine Aloe oder eine Kandelaber- Euphorbie auf; aber zahlreiche Kräuter bedecken den Boden. Baobabs und grosse Ficus fehlen. Nach Stuhlmann scheint eine der wesentlichen Bedingungen für diese Steppenwälder hoher Grundwasserstaud zu sein, da Wassertümpel häufig sind. Auch herrscht nach den Angaben desselben Reisenden in dem Gebiet von Unyamwesi ein intensiver Thaufall und die Nordostwinde bringen
: ) Diese Bezeichnung wird jedoch auch auf andere Gehölzformationen angewendet.