Versteinerungen der Kreide.
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auf der konvexen Seite, wie dies bei der neuen Art der Fall ist. Ausserdem fehlt bei ersterer der scharfe Kiel auf der grossen Klappe, während sonst die Aehnlichkeit eine ziemlich grosse ist.
IV. Fundort in der Gemarkung Ntandi, 35 km westlich von Mtsliinga (Neokom).
An den Gehängen eines Bachlaufes in der Gemarkung Ntandi steht in Seehöhe von 230 m ein fossilführendes Konglomerat von Kalk und Quarzgeröllen an, dessen Korngrösse bis 15 mm und darüber beträgt. Ein reichliches, kalkiges Bindemittel verkittet das Gerolle zu einem äusserst zähen Gestein, das schwer zu bearbeiten ist. Sämmtliche Reste waren meist mit derber Schale erhalten, so dass, dank der Tüchtigkeit des Präparators Borchert vom Naturhistorischen Museum, bei einer Reihe von Formen die Schlösser freigelegt werden konnten.
Sowohl an Arten wie an Individuen ist der Fundort der reichste unter den zahlreichen von Bornhardt ermittelten. In Folge dessen konnte auch der Horizont genauer festgelegt werden als bei der Mehrzahl. Waren doch von den 26 näher untersuchten Arten 11 aus Europa bezw. Südafrika schon bekannt, und die neuen Arten mehr oder weniger mit früher beschriebenen verwandt.
Durch Gervillia dentata Krauss sind Beziehungen zur Uitenhage-Formation Caplands hergestellt, durch Belemnites binervius Rasp. mit Madagascar und durch Placenticeras discoidale n. sp. mit Kamerun. Die bekannten Arten treten sowohl in Mitteleuropa wie in Südeuropa auf. Einige derselben, namentlich die Monomyarier, sind Kosmopoliten. Alle Formen weisen das Gestein der Gemarkung Ntandi dem Neokom zu, und zwar dem mittleren Neokom.
Seinen eigenthümlichen Charakter erhält die küstennahe P'auna aufgedrückt durch das massenhafte Vorkommen von Trigonia Bornhardti n. sp., die mit Trigonia longa Ag. nahe verwandt ist. Letztere soll eine grosse vertikale und horizontale Verbreitung haben. Es ist jedoch nicht unwahrscheinlich, dass erstere auf eine zu weitgehende Fassung der Spezies zurückzuführen ist. Auch die übrigen Neokom-Fundorte Deutsch-Ostafrikas zeichnen sich durch die grosse Häufigkeit der Gattung Trigonia aus, was sie mit der Uitenhage-Formation Caplands und der Umia-Group Indiens gemeinsam haben, wo ebenfalls diese Gattung die gewöhnlichsten Fossilien zu liefern pflegt. Bemerkenswerth ist noch das verhältnissmässig häufige Vorkommen von Ptychomya Hauchecornei n. sp., deren P'ormenkreis ausschliesslich auf die Kreideformation beschränkt und namentlich in der Unterkreide Südeuropas und Südamerikas vertreten ist.
Zeilleria dubiosa n. sp.
Tafel XXV, Fi*. 9.
Die glatte Schale ist unverhältnissmässig stark gewölbt. Der Schnabel ist stark übergebogen, Schnabelloch klein, Schnabelkanten ziemlich scharf, Deltidium nicht entwickelt. Das Material ist zwar mässig, da alle drei zur Verfügung stehenden Exemplare mehr oder weniger defekt sind, doch sind die specifischen Merkmale sämmtlich erkennbar. Bei zweien ist bei der kleineren Schale das wohlentwickelte Medianseptum gut zu beobachten.
Die ostafrikanische Form erinnert an WaldheimiaCeltica Morris 1 ). Bei dieser ist jedoch das Schnabelloch weit grösser, und der Schnabel ist nicht so weit übergebogen. Nahe steht auch Waldheimia lagenalis 2 ). Bei letzterer ist jedoch durch-
*) Davidson, Cret. Brach., S. 73, Taf. 9, Fig. 32—34.
2 ) 1 . c. Oolitic and Liassic Brach., Taf. 7, Fig. 1 — 4 .
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