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G. Müller.
Bruchstücke von Phylloceras, die allerdings eine sichere Bestimmung zur Zeit noch ausschliessen, heimgebracht. Die Schlussbemerkung Futterer’s: »die durch weitere Funde und reicheres Material zu gewinnende bessere Kenntniss des Faunen-Charakters des Jura in Ostafrika wird wohl dahin führen, dass man in ihm eine aequatoriale Entwickelung findet, die ihre spezifische Eigenthümlichkeit besitzt, zu der die Aehnlichkeit mit mitteleuropäischer und indischer Entwickelung gehört,« hat durch das Bornhardt’sche Material vollauf ihre Bestätigung gefunden.
ln stratigraphischer Hinsicht ist das wesentlichste Ergebniss die Feststellung der tieferen Horizonte des Oberen Doggers und der grossen Verbreitung des Kelloways. In Deutsch-Ostafrika sind nach den obigen Erörterungen die folgenden europäischen Horizonte vertreten: Kimmeridge, Oxford, Kelloway,
Bathstufe. Nach der Schlussbemerkung Futterer’s, wonach Ammoniten aus der Gruppe des Perisphinctes Martmsi (Unter-Oolith) in den Glimmer- und Quarzhaltigen Kalken von Kessa vorzukommen scheinen, muss auch noch das Bajocien entwickelt sein. Ich habe diese Frage nicht verfolgen können, da ich die Stücke nicht gesehen. Anscheinend sind, nach der kurzen petrographischen Andeutung zu urtheilen, die Kalke von Kessa gleichaltrig mit den Gesteinen, die ich zum Bathonien stelle.
Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht den jetzigen Stand unserer Kenntnisse über die Entwickelung des Jura in Ostafrika.
Ostafrika
Indien
Madagascar
Kimmeridge
Mombassa, 1,5 km westlich vom
M ahokondo-Bach
Katrolsandstein
Portland — Kimmeridge
Malm
Korallen-
Oolith
Mbinga Rücken, Tanga
Unterer
Oxford
Tanga, Mtaru
Charigruppe
Oxford
Kelloway
Saadani, Mamelia, 2,2 km westl. vom Mahokondo-Bach
Kelloway
Oberer
Dogger
Bath-Oolith
Mssoga, Mssua, Myombo, Nhesse, Gongarogua-Rücken, Lugode-Bach, 1,2 km nördl. vom Mandawa-Bach, Mandawa- Bach, Kihadarre-Mkese.
Putchumgruppe
Lower Oolite
B. Versteinerungen der Kreide.
Die hierunter behandelten Versteinerungen stammen von den folgenden Fundorten:
I. Bundort 0,8 km nördlich vom Nkundi-Bache, 29 km nordwestlich von Kiswere (Neokom).
II. Fundort 3,5 km nördlich vom Nambango-Bache, 37 km westlich von Mtshinga (Neokom).
III. hundort 0,6 km südlich vom Mandawa-Bache, 15 km nordwestlich von Kiswere (Kreide).
IV. Fundort in der Gemarkung Ntandi, 35 km westlich von Mtshinga und 6 km südlich von Fundort II (Neokom).
V. Fundort in dem Tshikotsha- (Mayembe-) Bache am Ostabfall des Likonde- Kitale-Plateaus, 23 km westsüdwestlich von Mtshinga (Neokom).