Das Deutschtum im Ausland auf der Gberstufe
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die wirkliche Germanisierung unterbleiben mutzte. Oder wäre es nicht vielleicht besser, die „Lauern" hier einfach zu streichen. Was heitzt es ferner, wenn gesagt wird, die drei baltischen Provinzen seien auch unter russischer Herrschaft „im Besitz des Deutschtums" geblieben, namentlich wenn gleich darauf erwähnt wird, datz die russische Regierung sich erfolgreich um die Unterdrückung des Deutschtums bemühe? — Die Zahl der baltischen Deutschen ist zu niedrig angegeben (Druckfehler? oder Verwechslung mit der Zahl der Reichsdeutschen?), die Gesamtzahl der Deutschen in Rußland, etwa 2 Millionen, fehlt.
Im übrigen befinden sich deutsche „Menschenkolonien" größeren Umfangs (auch die kleineren werden von den Verfassern mit Recht aufgeführt) nur in Nordamerika (vereinigte Staaten und neuerdings Ranada) und in Brasilien. Was über die Deutschen in den vereinigten Staaten gesagt wird, ist im ganzen doch wohl etwas zu, rosig gefärbt. Über die, wie es scheint, zukunftsreichen Ackerbaukolonien in den Südstaaten Brasiliens wären eingehendere Angaben erwünscht. Fehlen könnte dagegen das Phantasiegebilde der künftigen deutschen Bauernansiedlungen in Kleinasien.
Im ganzen wird es gut sein, die Behandlung des „bodenständigen Auslanddeutschtums" und die Behandlung der reichsdeutschen Handelsinteressen noch schärfer als bisher voneinander zu scheiden.
Endlich noch ein Wunsch: Zu Beginn des ganzen Abschnittes über das Deutschtum im Ausland (S. N4 Anmerkg.) weisen die Verfasser aus ein Wort des gegenwärtigen Kronprinzen hin (aus seiner RönigsbergerRede von 19W), in dem er die Sehnsucht nach „Betonung unseres deutschnationalen volkstums" ausspricht. Rann aber dadurch nicht unwillkürlich bei den Schülern der Meinung Vorschub geleistet werden, man müsse in nationalen Dingen bnzantinisch nach oben schielen? Ist es also nicht pädagogisch richtiger, diese Rronprinzenworte zu, streichen?
Trotz dieser wünsche im einzelnen aber, das möchte ich ausdrücklich betonen, bedeutet die Behandlung des Deutschtums im Ausland in diesem Luch einen wesentlichen Fortschritt.
2. Die Begründung des fiebenbürgisch-süchfischen Volkstums.
Eine Schulrede^), zugleich ein Beitrag zur nationalen Erziehung.
Liebe Schüler! Zur Feier des Sedantages haben wir uns hier ver- Einleitung, sammelt. Gern erfreuen wir uns bei solchen Gelegenheiten an all dem Großen und Schönen, das Männer unseres Volkes in Rrieg und Frieden
1) Gehalten I9lv an der Stätte meiner früheren Tätigkeit, der Dberreal- schule zu Rixdorf (jetzt Neukölln). Beim vortrag wurde mehrfach gekürzt. — Die Darstellung beruht auf dem ersten Bande der „Geschichte der Siebenbürger Sachsen", den Georg Daniel Teutsch verfaßt und Friedrich Teutsch in .Z. Kuflage herausgegeben hat (im Verlag von w. llrasft, Hermannstadt 1899). Über G. v. Teutsch vgl. Tägliche Rundschau, Unterhaltungsbeilage, S. und 4. März 1911.