II. Beiträge zur Ausführung des Arbeitsprogramms.
Die llunde vom Deutschtum im Ausland auf der Oberstufe.
Auf das „Lehrbuch der Erdkunde für höhere Schulen" von Steinhauff und S chmidt (Leipzig, B. G. Teubner 1910) ist oben bereits hingewiesen. Es ist nötig, auf dies Buch zurückzukommen.
Im sechsten Teil der Ausgabe I? (für Realanstalten, Gbersekunda bis prima) ist ein besonderer Abschnitt dem „Deutschtum im Ausland" gewidmet (S. 114—128). Es ist dasjenige Geographiebuch für die Schule, welches sich am meisten in den Dienst der von uns vertretenen Bestrebungen stellt - es kann daher des Dankes aller für unsere Lache Erwärmten gewiß sein. Andererseits weiß aber jeder, der sich auch nur etwas mit dieser Frage beschäftigt hat, daß es nicht leicht ist, den ganzen Stoff aus wenigen Seiten vräzis darzustellen. Dem notwendigen Streben nach nüchterner Erfassung des Tatsächlichen spielen die unwillkürliche Begeisterung für die Sachs wie die teilweise Unzulänglichkeit der Nachrichten leicht einen Streich. So ist es denn kein Wunder, wenn die Aufgabe beim ersten Male so gelöst ist, das; die Leistung noch verbesserungsfähig ist. Für eine zweite Auflage wie für die Benutzer der ersten füge ich daher im Interesse der Sache einige Verbesserungsvorschläge bei, wobei ich mich auf das bodenständige Auslanddeutschtum beschränke.
Ich gehe die Ausführungen des Buches der Reihe nach durch.
„Die Auswanderung einst und jetzt." Im IMttelalter war die starke Auswanderung keine „blutende Wunde am Körper unseres volkstums", sie war im Gegenteil eine Folge der überquellenden Volkskraft: die beiden Großstaaten Preußen und Österreich verdanken ihr ihr Dasein - von viasporadeutschen reichen die (national lebendigen) baltischen Deutschen und Siebenbürger Sachsen sowie die (national erschlafften) Zipser Sachsen ins IMttelalter zurück. Nur die letzteren drohen im letzten Jahrhundert zum bloßen „Rulturdünger" zu werden. Die neudeutsche Auswanderung dagegen ist allerdings großenteils eine Folge der, mit dem Dreißigjährigen Rrieg einsetzenden nationalen Nlisere, und, soweit die Auswanderer über See gingen, sind sie meist national verloren gegangen- soweit sie in den Gsten Europas gingen, sind sie wenigstens national gefährdet.
„Stärker hervortretendes Nationalbewußtsein der Auslanddeutschen". Es heißt hier: „Erfreulicherweise zeigen seit