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Das Deutschtum im Ausland in unseren Schulen / von Gottfried Fittbogen
Entstehung
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I. Das Krbeitsprogramm.

Wie können wir unseren Schülern die nötige Kenntnis vom Deutschtum im Ausland vermitteln?

Vortrag, gehalten auf der Jahresversammlung des Berlin-Vrandenburgischen Philologen-Vereins am 30. Mai 1912.

l.

Wie können wir unsern Schülern die nötige Kenntnis vom Deutsch­tum im Ausland vermitteln? Das ist die Frage, die uns beschäftigen soll."

Daß die Übermittlung solcher Runde notwendig ist, wird kaum der Begründung bedürfen. Denn bei aller politischen Getrenntheit, die wei­ter bestehen soll und wird, bilden die Deutschen doch eine Bluts- und Stammesgemeinschaft. Es ist daher selbstverständlich, dasz wir Reichs­deutschen nicht nur den Teil dieses Ganzen kennen müssen, in dem wir zufällig leben, sondern daß wir dieses Ganze in seinem vollen Umfange, mit all seinen Verzweigungen, Verästelungen und Ablegern zu erfassen haben. Daraus erwächst dann das heut noch vielfach schlummernde bewußte Gefühl der Gemeinschaft, und es ergibt sich eine immer zuneh­mende Fülle von Wechselbeziehungen, die beiden Teilen zugute kom­men i). Es genügt, kurz an die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehun­gen zu erinnern.

Aber ausdrücklich muß darauf hingewiesen werden, daß uns einem Teil der Auslanddeutschen gegenüber eine eigentümliche moralische Ver­pflichtung besteht: den Auslanddeutschen gegenüber, die unter unserm politischen Emporkommen zu leiden haben, in Rußland und Vsterreich- Ungarn. Die Ereignisse in Österreich und Ungarn sind geradezu ein Musterbeispiel dafür. Der Ausschluß Ästerreichs aus dem Deutschen Bunde (1866) hatte zweifellos eine Schwächung und Erschütterung der bisherigen Vormachtstellung der deutschen Nationalität zur Folge. In­folge derselben Niederlage Ästerreichs, und nicht ohne Bismarcks Beihilfe, wurde Ungarn (1867) ein eigner Staat, der nur in wenigen Dingen mit

1) Lamprecht in seinem vortrag überDeutsche Kultur und deutsches volkstum im Ausland" (in: Das Deutschtum im Ausland, Monatsblatt des Vereins für das Deutschtum im Ausland, Juli 1909, Spalte 99):Je stärker unsere Beziehungen zu den Kuslanddeutschen werden und sie werden immer stärker werden, um so mehr wird dieses Auslanddeutschtum auf uns wirken, und zwar das darf man rvohl sagen veredelnd, befruchtend, befreiend." (Die Anmerkungen sind bei der Drucklegung hinzugefügt worden.s