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Aus Kiautschous Verwaltung : die Land-, Steuer- und Zollpolitik des Kiautschougebietes / von W. Schrameier
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der Zollerhebung. "Wenn das chinesische Zollamt im Schutz­gebiete zugelassen war, so war dies ausschließlich als ein Ent­gegenkommen gegen die Bedürfnisse der Kaufmannschaft und des Handels aufzufassen, die eine Verzollung der Waren an der Stelle verlangten, wo der Kaufmann ansässig ist. Insofern als der Vorschlag dem chinesischen Zollamte einen Zoll von Waren, die im Schutzgebiete verbraucht werden, zuwies, war ihm Beachtung zu versagen.

B. Verhandlungen mit Kaufmannschaft und Zollamt.

Indes näherte sich der Vorschlag dem häufig erwogenen und ausgesprochenen Gedanken, daß die schließliche Entwicklung des Handels zu einer gewissen Zollunion zwischen China und dem Schutzgebiete hindrängen werde. Waren die Handelseinrichtungen im Schutzgebiete getroffen, um die Millionen des Hinterlandes im Austausche chinesischer Rohprodukte mit Einfuhrwaren zu ver­sorgen, so mußten die bestehenden Zollhemmnisse nach Möglich­keit fallen. Und darüber konnte nach der Fertigstellung der Bahn kein Zweifel mehr bestehen, daß die Bedeutung Tsingtaus über die eigenen Grenzen des Schutzgebietes hinaus wachsen und die ganze Provinz, wenn nicht den Norden Chinas, von sich abhängig machen werde. Nur wenn das Kiautschougebiet wirt­schaftlich als Teil des deutschem Kapital und deut­scher Tätigkeit geöffneten Gebietes der Provinz Schantung aufgefaßt wurde und in innige Verbindung zu ihr trat, war es in der Lage, zu einem Brennpunkt des Handels­verkehrs mit dem Hinterlande und den' Plätzen an der Küste und den Gegengestaden auszuwachsen.

1. Schreiben des Gouvernements an die Handelskammer.

In dem Schreiben des Gouvernements vom 19. No­vember 1903 an die Handelskammer wurde die Frage, auf deren Beantwortung es ankam, folgendermaßen präzisiert: Ist Tsingtau in sich selbst stark genug, um unabhängig vom Hinterlande durch seine eigene natürliche Lage und die dadurch geschaffenen Handelsmöglichkeiten eine gewisse Größe zu behaupten, so mag es wie Hongkong, dessen riesiger Durchgangshandel voraussicht­lich niemals abgelenkt werden kann, in bewußter Isolierung sich gegen das Hinterland abschließen; sieht es dagegen seine Blüte