Samoa.
s ist schon früher erwähnt worden, daß Deutschland durch die Ablehnung der sogenannten Samoa-Vorlage im Reichstage 1880 den bereits seit etwa 1860 bestehenden Handelsverbindungen des hamburgischen Handelshauses Johann Cäsar Godeffroy einen schweren Schlag versetzt hatte. Es ist hoch anzuerkennen, daß diese rührige Firma sich trotzdem nicht abhalten ließ, ihre Handelsbeziehungen im Stillen Ozean, vornehmlich nach Samoa, zu vergrößern und in stiller aber um so rastloserer Tätigkeit zu befestigen. Es ist dies um so anerkennenswerter als, wie ebenfalls bereits bemerkt, sich bald nachher die Engländer und Amerikaner daran zu machen versuchten, Einfluß in Samoa und im Südsee-Archipel zu gewinnen. Es handelte sich in dieser ersten Zeit vornehmlich um die große Erschwerung von Arbeiteranwerbungen für die deutschen Plantagen auf Samoa. Llnaufhörliche Reibungen wurden dadurch hervorgerufen, daß sich hier zwei Gegenkönige gegenüber standen, Tamasese und Malietoa Laupepa. Der erstere war ein Freund der Deutschen, den anderen hatten die Engländer durch Versprechungen auf ihre Seite gebracht. Als 1887 von seinen Anhängern Gewalttätigkeiten gegen Deutsche begangen wurden, mußte das Reich energisch einschreiten, und wie in Ostasrika fiel auch hier der Marine die entsagungsvolle Aufgabe zu, in die verworrenen Verhältnisse die erste Ordnung zu bringen. Malietoa wurde gefangen und verbannt. Aber auch damit war die Ruhe nicht wieder hergestellt, denn es entstand den Deutschen ein neuer Gegner in dem Gegenkönig Mataafa. Es gelang diesem 1888 bei Vailele mit einer riesigen Äbermacht das schwache Landungskorps der Kriegsschiffe „Eber", „Adler" und „Olga" empfindlich zu schlagen. Ein weiterer Verbündeter erstand den feindlichen Samoanern in der Natur ihres Landes. Im März 1889 fanden die beiden Schiffe „Adler" und „Eber", die auf der offenen Reede vor Apia ankerten, in einem furchtbaren Orkan ihren Untergang.
In demselben Jahre trat zu Berlin die sogenannte Samoa-Konferenz zusammen, die von den konkurrierenden Mächten England, Nordamerika und Deutschland beschickt, den Wirren, die sich bis zur Verträglichkeit gesteigert und auch amerikanische Interessen gefährdet hatten, endlich Einhalt zu tun. Es ist charakteristisch für den Gang der Verhandlungen, daß der alte Feind Deutschlands, der verbannte Malietoa zurückgerufen und als Oberkönig anerkannt wurde. Außerdem wurde bestimmt, daß die drei beteiligten Mächte gemeinsam ein Anfsichtsrecht über die Inseln haben
Deutschlands Kolonien. ^