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T. 1 (1911) Aufgaben und Verlauf, die Karte, Ergebnisse der Sammlungen, Ethnographisches / von Fritz Jäger. Mit Beitr. von A. Wedemeyer ...
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B. Die Berechnung.

a. Die Haupthöhen.

In der Tabelle III ist statt der einzelnen Beob­achtungen das Tagesmittel oder das Mittel mein ei er Tage eingetragen, wenn von einem Ort Beobach­tungen zu den drei Terminstunden 7 *b 9P

Vorlagen. Es zeigte sich später, daß dies nicht sehr zweckmäßig ist. Zwar erhält man aus dem mitt­leren Barometerstand die Höhe des Ortes ebenso sicher, wie wenn man aus den einzelnen Barometer­ständen die Höhe berechnet und erst dann das Mittel der Höhen nimmt. Die einzelnen Höhen abei hätten gezeigt, ob die klimatischen Fehler hin­reichend eliminiert sind, oder ob noch weitere syste­matische Korrektionen anzubringen sind und hätten außerdem den Wert der anschließenden Höhen­stufen sicherer erkennen lassen. Als Mittel sowohl des Luftdrucks als auch der Temperatur wurde an­

angenommen

;a + 2p + 9P 3

Von den gegen 1200 Luftdruckbeobachtungen der Tabelle III wurden die 60 fettgedruckten von Kapitän Martens nach dem Kohlschütter- schen Verfahren 1 ) berechnet. Es waren dafür Be­obachtungen an besonders wichtigen Punkten oder von besonderer Sicherheit ausgewählt. Als Basis­stationen dienten Daressalam, Tabora, Neuwied, deren gleichzeitige Beobachtungen die Kaiserliche Seewarte mir freundlichst zur Verfügung gestellt hatte. Bei den aus einem Mittelwert zu berechnen­den Höhen wurde das Monatsmittel der Basis­stationen, welches in den Beobachtungstabellen an­gegeben ist, zugrunde gelegt, wenn der Mittelwert aus mehreren Tagen gewonnen war. Handelte es sich jedoch nur um das Mittel eines Tages, so wurde auch von den Basisstationen der Mittelwert desselben Tages genommen.

Die Berechnung erfolgte in Form der Tabelle IV, von der S. 66 zwei Spalten als Beispiel abgedruckt sind. Ihre Bezeichnungen sind die Kohlschüt­ter sehen. In Zeile 3 ist (p die auf 1 / ^° abgerundete, geographischeBreite, u eine Korrektionsgröße für die Temperatur, interpoliert und auf ganze Grade ab­gerundet nach den Werten, die Professor Kohl­schütter aus seinen Beobachtungen für ver­schiedene Gegenden gefunden und mir freundlichst zur Verfügung gestellt hat. Der beobachtete Luft­druck in Zeile 4 bedarf keiner Schwerekorrektion, da ihm Siedethermometerbeobachtungen zugrunde liegen. Dagegen werden in Zeile 5, 6, 7, die Luft­druckbeobachtungen der Basisstationen auf Normal-

J ) Kohlschütter, Ergebnisse der ostafrikanischen Pendel-Expedition, I. Bd. Berlin 1907, namentlich S. 140 fr.

schwere reduziert, die von Daressalam außerdem auf Meeresniveau in der geographischen Breite des zu bestimmenden Ortes. Die für letztere und die entsprechende Temperaturreduktion (Zeile 15) er _ forderlichen Korrektionen, sowie alle (ß b) und (ö t) Korrektionen (Zeile 8 bis 13 und 18 bis 21) sind aus Kohlschütters Tafeln und Karten entnommen oder berechnet. Zeile 14 ent­hält die an dem zu bestimmenden Ort (Index St) beobachtete Lufttemperatur. In Zeile 22, 23, 24 wird das Mittel der an der Basisstation und am Ort beobachteten Temperaturen mit den gefun­denen Korrektionen aufbarometrische Tempera­tur $ gebracht. Zeile 25 bis 28 enthalten die korrigierten Luftdrucke. Mit diesen Argumenten b, ß und ff sind in Zeile 29 bis 34 aus den Jordan- schen Höhentafeln 1 ) die zugehörigen Höhen ent­nommen. Da die Tafeln nur für ganze Grade be- j rechnet sind, so wurden ihnen die Höhenzahlen für die nächst tiefere (links) und für die nächst höhere Gradzahl (rechts) entnommen und in der Mitte für die zehntel Grade interpoliert. Die Zeilen 35, 37 und 39 ergeben durch Subtraktion die Höhen- I differenzen des Ortes gegen die Basisstationen. Zu diesen müssen noch in Zeile 36, 38 und 40 die Tafelverbesserungen wegen des anderen Dunst­drucks in Ostafrika (vgl. Jordan) die Temperatur­korrektion des Jahresmittels Q 1 und die Höhe der Basisstation addiert werden. Um die Höhe zu finden, die in Zeile 41, 42, 43 angegeben ist.

| Zeile 44 endlich gibt das Mittel aus diesen Werten.

Die Größen Q wurden nicht aus der im Kohl- j s c h ii 11 e r sehen Werke gegebenen Tafel 52 ent­nommen, sondern aus drei Tafeln, die Professor Kohlschütter eigens für die drei Basis- i Stationen Daressalam, Tabora, Neuwied hatte an­fertigen lassen. Aus ihnen waren die zu einem be- I stimmten u-Wert gehörigen Q direkt zu entnehmen.

Höhen der Basisstationen. Für die Basisstationen wurden folgende Höhen ange­nommen:

Daressalam 7,6 m laut Mitt. a. d. Deutsch. Schutzgeb. 1908, Seite 51.

Neuwied 1216 m. Diese Zahl beruht auf der durch Nivellement zu 1135,6 m festgestellten Höhe des Viktoriasee-Spiegels und der von U h 1 i g 2 ) barometrisch gemessenen Höhendifferenz Seespiegel-Neuwied. Die Luftdruckänderung in der Zeit zwischen den beiden Siedethennometermessun- gen oben und unten wurde durch Barograph und

J ) Jordan, Barometrische Höhentafeln für Tiefland und für große Höhen. Hannover 1896. Jordan, Barometrische Höhentafeln. Zweite bis 35 0 erweiterte Auflage. Stuttgart 1886.

2 ) Nach freundlicher, persönlicher Mitteilung.