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T. 1 (1911) Aufgaben und Verlauf, die Karte, Ergebnisse der Sammlungen, Ethnographisches / von Fritz Jäger. Mit Beitr. von A. Wedemeyer ...
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VIII. Die barometrischen Höhenmessungen.

1. Die Beobachtungen auf der Reise.

I n s t r u m e n t e. Folgende Instrumente dien­ten zu den für die Iiöhenmessungen erforderlichen Beobachtungen : drei Siedethermometei F u e s s

Nr. 1018, 1020 und 1022. Alle drei Instrumente ^ sind vor der Reise im Februar 1906, 1020, 1022 auch nach der Reise im April 1908 von der Physikalisch- Technischen Reichsanstalt geprüft worden. Di ei Bohne sehe Aneroide, Nr. 5 002 > 4 ° 9 ^ un< ^ 5 12 ^- Das große Aneroid 5002, im Text a genannt, hatte eine in 1 / 10 mm geteilte Skala, die zweimal ums Zifferblatt herumlief und von 790 bis 600 mm j reichte. Aneroid 4098 (ß) war ein Instrument von I 71 mm Durchmesser und hatte eine Skala von 780 :

bis 400 mm. Aneroid 5126 (}0 war gleichfalls ein Instrument von 71 mm Durchmesser, das jedoch ein i kleineres Werk besaß als ß und deshalb kompen- j diöser war, seine Skala reichte von 780 bis etwa 350 mm. j

Alle drei Instrumente waren gegen Temperatur kompensiert. Aber nur ß war vor der Reise von der , Physikalisch - Technischen Reichsanstalt geprüft worden.

Ein kleines A ß m a n n sches Aspirationspsy- : chrometer mit den geprüften Thermometern Nr. 2273 und 2274. Dieses Instrument wurde schon im zweiten Monat der Reise durch einen Defekt un­brauchbar, so daß später die Temperatur und Luft­feuchtigkeit mit Schleuderthermometern gemessen werden mußten. Dazu dienten die nicht geprüften F u e s s sehen Thermometer Nr. 3532, 2141, 2142 und 3363. Ein Vergleich des trocknen und des feuchten Schleuderthermometers mit einemAß­mann der Daressalamer Meteorologischen Haupt­station zeigte die völlige Übereinstimmung. Die Messungen mit Schleuderthermometern stehen also : denen mitAßmann nicht nach.

Methode der Beobachtungen. Luft- ! druck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit wurden , täglich um 7a, 2p 1 ) und 9p beobachtet, in der Regel j von Eduard O e h 1 e r. An den drei Aneroiden 1 wurde der Luftdruck und die Tnnentemperatur des ! Instruments abgelesen, amAßmann oder später an den Schleuderthermometern die Temperatur des I trocknen und feuchten Thermometers. Außerdem j habe ich bei den topographischen Arbeiten an

B Die Beobachtung um 2 p fand meist unterwegs statt, wo Oe hl er nur das Aneroid y ablesen konnte. Die meisten i der 2 p Beobachtungen können zur Höhenberechnung nicht verwandt werden, weil sich der Punkt nicht genau im Gelände angeben läßt.

sehr vielen Punkten Aneroidstände notiert, hei denen nur an einem Aneroid, meistens ß, Luft­druck und I nnentemperatur abgelesen wurde, natür­lich zu ganz zufälligen Zeiten. Die äußere Luft­temperatur wurde hierzu nur in vereinzelten Fällen gemessen.

Siedethermometermessungen, im ganzen 35 wurden nicht in bestimmten Zeitabständen, sondern an besonders wichtigen Punkten vorgenommen, die Mehrzahl von Hehler. Jede Messung bestand aus einem Satz von mindestens vier, meist sechs Be­obachtungen, zwischen denen das Sieden mindestens einmal unterbrochen wurde. Es wurden immer zwei Thermometer benutzt, anfangs nur 1018 und 1022, zuletzt, als 1018 zerbrochen war, 1020 und 1022. In Daressalam und in Moschi konnten die Aneroide und Siedethermometer auch mit einem Ouecksilber- barometer verglichen werden.

Mängel unserer B e o b a c h t u n g e n. Ich will hier gleich auf die Mängel unserer Beob­achtungen himveisen, die sich bei der Bearbeitung herausstellten und die von späteren Beobachtern vermieden werden können. Unsere Aneroide er­litten viel häufigere und größere Störungen als es sonst der Fall zu sein pflegt. Vielleicht wurden sie, wenn auch mit Sorgfalt, so doch nicht mit der nötigen Liebe behandelt, y wurde meist von einem Neger getragen. Im Lager hingen die drei Aneroide, um bequem zur Hand zu sein, an einem Aufhänger an einer Zeltstange, meist noch mit anderen Gegen­ständen zusammen. Beim Abnehmen eines Gegen­standes mögen sie manchmal Erschütterungen er­litten haben.

Um so wichtiger ist eine häufige Kontrolle durch Siedethermometer. Eigentlich sollten die Aneroide alle drei Tage durch Siedethermometer­messungen kontrolliert werden. 1 ) Aber wer kann auf einer Forschungsreise alles ausführen, was er sollte und möchte! Wir haben in elf Monaten nur 35 Siedethermometermessungen gemacht; durch ge­eignete räumliche und zeitliche Verteilung der Siedethermometermessungen haben wir den Mangel der geringen Anzahl einigermaßen ausgleichen können. Trotz der vielen Standänderungen unserer Aneroide macht sich doch nur an wenigen Orten das Fehlen einer Kontrolle störend bemerkbar. An solchen Orten hätte jedesmal durch eine Siedether­mometermessung eine ganze Reihe von Beobachtun-

') v. Dan ekel man, in der Anweisung zu Höhen­messungen, die den üblichen Routenbüchern vorgedruckt ist, S. 6.