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3 (1912) Ostafrika / Karl Dove
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Organisation und Verwaltung.

Wenn irgend etwas, so ist es diese, aus obigen Zahlen sich ergebende Tatsache, welche mehr als lange Aus­führungen die Bedeutung der Eisenbahn in diesem Schutzgebiet erweist. Denn die Bahn hat selbst die an sich, wenigstens nach afrikanischen Begriffen, keineswegs ungün­stige Wasserlinie SambesiNjassa in ihrer Bedeutung für unsere Kolonie in den Hintergrund gedrängt.

Unter den Einsuhrbezirken des Tanganika steht Bismarck- burg an erster Stelle, während unter denen des Viktoriasees Muansa allein drei Viertel des Gesamthandels auf sich vereinigt.

Organisation und Verwaltung, Truppe, Kirche, Schule, Allgemeines.

Das Schutzgebiet untersteht dem Reichskolonialamt, während seine Leitung an Ort und Stelle dem Kaiserlichen Gouverneur obliegt, dem ein größerer Stab von Beamten zur Seite steht. Die Landesverwaltung umfaßte 1910 16 Bezirksämter für die Bezirke Daressalam, Bagamojo, Pangani, Tanga, Wilhelms­tal, Mohoro, Kilwa, Lindi, Songea, Langenburg, Morogoro, Mpapua, Tabora, Muansa, Moschi und Udjidji. Zu diesen kamen drei Militärbezirke, nämlich Jringa, Mahenge und Kilimatinde und die drei Residenturen Bukoba, Ruanda und Urundi.

Neben der allgemeinen Zivilverwaltung sind besondere Behörden für die Rechtspflege, die Zollverwaltung, die Post und Telegraphie, sowie endlich für die Flottille des Gou­vernements tütig.

Für die Sicherung des Landes besteht eine Schutztruppe, gebildet aus farbigen Soldaten und, an diese angegliedert, einer kleinen farbigen Polizeitruppe und einer größern Zahl von europäischen Vorgesetzten. Unter diesen befanden sich 1910 4 Stabsoffiziere, 16 Hauptleute und 55 Leutnants. Ferner gehörte außer den Jntendanturbeamten eine große An­zahl von Sanitätsoffizieren dem Offizierkorps der Truppe an.