Weltlage.
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Weltlage und Grenzen.
Seiner Weltlage nach nimmt Ostafrika eine eigenartige Stellung unter den Ländern des Weltteils ein. Zunächst ist es, wie ja auch die beiden westafrikanischen Schutzgebiete, ein rein tropisches Land. Seine Nordgrenze verläuft um einen Grad südlich vom Äquator, seine Südgrenze überschreitet nur auf wenige hundert Kilonieter ihres Verlaufs den 11. Grad f. B. Dagegen erscheint es den drei andern in Afrika gelegenen Schutzgebieten gegenüber sehr weit nach Osten vorgeschoben. Zwei Meridiane schließen mit Ausnahme zweier schmaler Striche das gesamte Gebiet unserer Kolonie ein, der 30. Grad ö. L. von Greenwich im Westen und der 40. im Osten. Der erste, der Meridian von St. Petersburg und von Alexandria, schneidet den Tanganikasee der Länge nach in seiner mittlern Zone, der zweite verläuft ein wenig östlich von der Küste, so daß auch Sansibar noch innerhalb des von ihm begrenzten Flächenstücks liegt. Da Längen- und Breitengrade in dieser Zone annähernd gleich sind, so ergibt sich schon aus dieser Lage die Geschlossenheit des an ein unregelmäßiges Viereck erinnernden Schutzgebietes, das somit das kompakteste unter unsern Kolonialländern ist. Aus der östlichen Lage ergeben sich zudem bereits ziemlich erhebliche Zeitunterschiede gegenüber Mitteleuropa. In Daressalam entspricht der Mittagsstunde in Mitteldeutschland (Hamburg oder Göttingen) die Zeit kurz vor zwei Uhr unchmittags.
Weit mehr als diese Folgen der Weltlage sind es aber die durch sie bedingten Verkehrsbeziehungen, die unser Interesse hier in ganz besonderem Grade in Anspruch nehmen. Es war bereits von dem Einfluß die Rede, den Araber und Inder in früheren Zeiten auf das Land gewonnen hatten. Er wäre nicht denkbar gewesen, wenn nicht der Wechsel der jahreszeitlichen Winde (Monsune) über den zwischen Ostafrika