Breite ohne Kenntnis von Stand und Gang der Uhr. 231
1903') ab die an die Polarsternhöhe zur Herleitung der Breite anzubringenden Korrektionen nur auf Zebntel Bogenminuten abgerundet enthalten. Bei Anbringung der aus diesen Tafeln zu entnehmenden drei Verbesserungen, welche mit den Argumenten der Ortssternzeit, der Höhe des Polarsterns nebst Ortssternzeit und derselben Höhe nebst dem Beobachtungsdatum sich ergeben, ist die beobachtete Höhe des Polarsterns nur für den Indexfehler des Libellenquadranten und für Refraktion zu korrigieren.
Beispiel zur Methode 3) (/) nach dem N. J. 1904, November 17, Zenitdistanz des Polarsterns. Station: Berlin; Instrument: Libellen quadrant; Uhr: Sternzeit-Chronometer; Beobachter: M a r c u s e.
U . . . . =0 h 34 m 5S s (n) =36»26', N.J.Korr.I = — 1° 10/8 A U . . - j^_+_7 4 JZ =— 6 „ 11= ' 0,0
Orts-St.Z. = 0 h 42 m 2 S z' = 36 20 „ III = —|— 0,7
Refr. -f 0,6 ' — 1" 10',1
2 = 36 20,S
h = 53 39,2 Ges. Korr. N. J. =—1 10,1
cp = 52° 29'
4), r BreitenDestinimung olme Kenntnis der genauen Zeit aus Zenitdistanzmessungen in der Nähe des Meridians.
Bei den bisher erörterten Methoden zur Bestimmung der Polhöhe des Beobachtungsortes aus Zenitdistanzmessungen von Gestirnen wurde vorausgesetzt, daß der Beobachter im Besitz einer genau gehenden Uhr ist, deren nahezu richtigen Stand er kennt oder ermittelt hat.
Es kann jedoch bei Forschungsreisen, ja sogar auf größeren geographisch-astronomischen Expeditionen sehr wohl der Fall eintreten, besonders wenn es sich um vorausgeschickte Rekognos-
*) Bis zum Jahrgang 1903 waaen auch die Tafeln Nr. 2 des K. J. zur Bestimmung der Breite aus der Höhe des Polarsterns in Ubereinstimmung mit dem N. A. (ausschließlich der Höhenkorrektion von — 1') bis auf die einzelne Bogensekunde für die drei Berichtigungen gegeben. Von 1903 ab sind lediglich die Bedürfnisse der nautisch-astronomischen Ortsbestimmung berücksichtigt worden, wodurch das N. J. für genauere geographisch- astronomische Ortsbestimmungen am Lande nicht mehr verwendbar ist (s. Teil II).