II.
Vortrag
gehalten auf Veranlassung des Deutschen Handelstages am 11. Januar 1907.
eine Herren, ich erachte es als einen besonderen Vorzug, zu Ihnen, den Vertretern des deutschen Handels und der deutschen Industrie, sprechen zu dürfen, weil ich bei Ihnen sicher bin, das Verständnis für die Fragen, deren Behandlung und Bearbeitung mir jetzt obliegt, zu finden, das in die weiten Kreise unserer Nation hineinzutragen erst noch meine und, wie ich hoffe, auch Ihre Aufgabe sein wird. Eine im Beginn ihrer Entwicklung stehende Kolonialverwaltung muß mit so vielen ihrer Natur nach unbestimmten Größen und Faktoren rechnen, daß es in der Tat kaufmännisch geschulter Männer bedarf, um die Aussichten, die ich Ihnen zu entwickeln die Ehre haben werde, zu beurteilen, ohne übertriebenen Sanguinismus nach der einen Seite, ohne Kleinmut nach der anderen Seite. Ich habe deshalb auch keinen Zweifel, daß ich von Ihnen, den Männern, die einen gleichen Entwicklungsgang durchgemacht haben, gleiche Erfahrungen ihr eigen nennen, nicht mißverstanden werde.
Meine Herren, wir leben in einer Zeit, in der die Wogen politischer Erregung hoch gehen, und inmitten der Erörterungen steht die Frage des deutschen Kolonialwesens. Ich habe es deshalb für nötig gehalten, festzustellen, welches der Stand dieses unseres kolonialen Wesens zur Zeit sei, indem ich mich dabei stütze auf die amtlichen Daten, die